Berichte

Regatta Otterndorf

erstellt von Florian (Teamleiter Jugend)

Ahrens/Welling erneut eine Klasse für sich

Elmshorner Doppelzweier im Norden ohne Konkurrenz

Mit einem Super-Ergebnis kehrten die Elmshorner Ruderer vom letzten großen Leistungstest vor den in drei Wochen anstehenden Landesmeisterschaften aus Otterndorf zurück.

3 überragende Siege bei 3 Starts war die erneut makellose Bilanz von Jan Ahrens/Christian Welling im Jungen Doppelzweier. Die beiden sind im Nordteil der Bundesrepublik ohne Konkurrenz. Sie gewannen ihr Rennen über 1000 und 3000 Meter bei den Leichtgewichten und auch das 1000 Meter-Rennen bei den Schwergewichten überlegen.

Ebenfalls eine gute Bilanz lieferten ihre Trainer, die Masters-Ruderer Jürgen Behm und Thomas Welling ab. Mit 3 Siegen in drei Rennen konnte der Vater mit seinem Sohn Christian mithalten. Er siegte in 2 Masters Einerrennen und mit Jürgen Behm gemeinsam im Doppelzweier der über 43-jährigen.

2 Siege gab es gleich auf seiner ersten Ruderregatta für Malte Hein im Leichtge-wichts-Jungen Einer 13 Jahre. Er konnte in dem für Rennanfänger ausgetragenen Slalomwettbewerb und der 500 Meter-Strecke jeweils einen Sieg erringen.

Ebenfalls seinen ersten Sieg auf einer DRV-Regatta konnte Timm Schoof im Leichtgewicht-Junior Einer erzielen.

Nikolai Jakobi komplettierte die Siegerliste mit einem Sieg im Junior Einer.

Wanderfahrt auf dem Scharmützelsee

erstellt von Florian (Teamleiter Jugend)

Himmelfahrt auf dem Scharmützelsee

Teilnehmer: Dr. Klaus, Gundi, Tina, Malin Pannen, Thomas, Sabine, Christian und Matthias Welling, Marc und Phillip Pöhlmann, Kerrin Pöhlmann, Katja Ruffer (jetzt Pöhlmann), Christian Locklair und Christoph Behm

Am 4. Mai brachen 14 Elmshorner mit 5 Booten nach Berlin auf. Ausnahmsweise hatte Thomas einen Anhänger mit Wanderbooten hinter seinem Auto. 2 Boote wurden in Grünau bei Empor abgelegt und hier am Folgetag von 6 weiteren Elmshornern übernommen (Svenja, Hanna, Holger, Arne, Lea und Aenne).

Mit Elvkieker, Spiekerhörn und Söte Deerns ging es weiter nach Bad Saarow ins Arosa Ressort wo wir für die nächsten Tage Quartier bezogen. In der dortigen Marina - sonst nur von Seglern und Motorbootfahrern bevölkert - starteten wir an einem herrlich sonnigen Himmelfahrtstag zu einer Kreuzfahrt über den Scharmützelsee. Nach einer Stärkung im Strandbad Bad Saarow ging es auf der Ostseite des Sees bis zur Schleuse Neue Mühle. In Wendisch-Rietz wurde zum ersten Mal geschleust. Über ein malerisches Fließ führte der Weg dann in den Dolgensee. Hier machten wir beim Schloss Hubertushöhe kurz Rast, bevor es dann über den großen Storkower See zum Etappenziel - dem Storkower Ruderclub ging. Dort "übernachteten" unter gestrenger Aufsicht des Hafenmeisters unsere Boote.

Am nächsten Morgen ging es bei leichtem Regen von dort aus in die Schleuse Storkow. Wiederum über Fließe passierten wir Philadelphia, Kummersdorf und Wolzig in den großen Wolziger See. Hier stärkten wir uns bei Fischer in Blossin. Von Blossin ging es über den Langer See nach Dolgenbrodt. In einem Ort der heute noch Originalschauplatz für Polizeiruf 110-Filme von 1950 sein könnte - überraschte uns ein Gewitter und zwang uns zur Rückreise nach Bad Saarow.

Am nächsten Tage ging es dann bei ruhigem Wetter über den Dolgensee und ein sehr schönes Fließ zum Krüpelsee, wo wir im RV Zernsdorf Rast machten. Der starke Gegenwind hatte manchem von uns an diesem Tag arg zugesetzt. Wir entschlossen uns ein Boot liegen zu lassen und nur mit Elvkieker weiter zu fahren.

So blieb es einer Mannschaft vorbehalten an den Rudervereinen Königs- Wusterhausen und Wildenau vorbei auf den Zeuthener See zu gelangen und schließlich den Oder-Spree-Kanal und den Langer See zu erreichen. Natürlich mussten wir die historische 2000 Meter-Strecke der olympischen Spiele von 1936 noch einmal mit erhöhtem Schlag absolvieren, bevor wir dann in Berlin Grünau beim Ruderverein Empor unsere Fahrt beendeten.

Fazit: Mit einer tollen Gruppe erruderten wir uns die Erfahrung, wie nahe eine pulsierende Großstadt Berlin und die Einsamkeit der Odermark - hier ist die Zeit nicht nur stehen geblieben, sondern sie steht immer noch - zusammen liegen. Nur wenige Kilometer trennen unberührte Natur mit einer Anzahl von Fischreihern, die ich noch nie an einem Tag gesehen hatte, von Hauptstadtleben und Regierungsviertel in Berlin. Und, vom Ruderboot aus, sieht man manches aus einer Perspektive, die sich nur wenigen erschließt. Tipp: 5 Sterne - zur Nachahmung empfohlen.

Thomas Welling

Obleuteseminar in Elmshorn

erstellt von Florian (Teamleiter Jugend)

Am 2. und 3. April 2005 fand in Elmshorn der Steuer- und Obleute-Lehrgang der Schleswig-Holsteinischen Ruderjugend statt. Insgesamt 44 Teilnehmer aus sechs Vereinen - und zwar aus Elmshorn, Geesthacht, Hemmoor, Lübeck, Reinfeld und Bad Segeberg - konnte Lehrgangsleiter Peter Westphal dazu in der Nordakademie Elmshorn begrüßen.

In netter Atmosphäre haben die Teilnehmer viel Interessantes über das Rudern gelernt. Dank sehr ansprechender Vorträge der erfahrenen Referenten des Landesruderverbandes und des Elmshorner RC sowie aktiver Mitarbeit der Teilnehmer waren am Sonnabend die Themen wie beispielsweise Verantwortung im Boot (Dr. Thomas Haarhoff, Bad Oldesloe), Verkehrsvorschriften und Zeichen (Alexander Herzog, Elmshorn), Gefahrensituationen (Hauke Janzen, Elmshorn), Richtiges Steuern (Svenja Fock, Elmshorn), Bootskunde (Steffen Schweiger, Elmshorn) und die Überwindung von Staustufen (Alexander Herzog, Elmshorn) gut zu bewältigen. Für Abwechslung sorgte das Thema Knoten (Arne von Drathen, Elmshorn), bei dem es auch galt, selber die wichtigsten Seemannsknoten praktisch einzuüben. Und mit Dr. Thomas Haarhoff war erstmals der Vertreter des Ruderverbands Schleswig-Holstein aus dem Bereich Umwelt und Ruderreviere vertreten, der auch im Ressort Freizeitsport fürs Wanderrudern zuständig ist.

Abends vergnügten sich die Ruderer beim gemeinsamen Sport in einer nahe gelegenen Sporthalle. Nach einem Tag mit viel theoretischem Input gefiel es allen sehr gut, sich abends austoben zu können.

Am nächsten Tag standen die Themen Rudertechnik und Anfängerausbildung mit dem Vorsitzenden des Ruderverbandes Schleswig-Holstein Reinhart Grahn auf dem Programm. Wieder waren die Teilnehmer sehr interessiert und lernten viel bei der gemeinsamen Videoauswertung per Checkliste und den praktischen Hinweisen zur Anfängerausbildung.

Während des gesamten Wochenendes wurden die Teilnehmer kulinarisch durch die Mensa der Nordakademie verwöhnt, was sicherlich ebenfalls zu der netten und produktiven Stimmung des Lehrganges beitrug. In einem kleinen Abschlusstest konnten die Teilnehmer beweisen, was sie an den beiden Tagen gelernt hatten.

Svenja Fock

Labskausessen mit Bootstaufe

erstellt von Florian (Teamleiter Jugend)

Labskaus mit "Brösel" beim ERC

Bei bestem Spätsommerwetter machten sich ca. 65 ERC-ler auf den Weg zum Fährhaus Spiekerhörn - dort hatte der Vorstand zum traditionellen Labskausessen geladen. In diesem Jahr gab es eine ganz besondere Vorspeise.

Melanie und Günter Wörtmann hatten dem ERC ein Rennboot der Spitzenklasse gespendet, das an diesem Abend seinen Namen erhielt. "Ich taufe dich auf den Namen "Brösel" und wünsche dir und deinen Mannschaften allzeit gute Fahrt", waren die abschließenden Worte der Taufpatin Melanie Wörtmann. Ihr Ehemann Günter hatte vorher den gespannten ERC-lern erklärt, dass der Name nichts mit der Comic-Figur von Roger Feldmann zu tun hat. Vielmehr ist es Spitzname der Taufpatin aus der Jugendzeit.

Gute Fahrten hatte das Boot schon eine ganze Menge. Jan Ahrens und Christian Welling haben darin bei 13 Starts 13 Siege für den ERC errudert - darunter die Deutsche Meisterschaft ihrer Altersklasse. "Zwei Ruder wie Jan und Christian sind ein Glücksfall für einen Verein, ebenso zwei Sponsoren wie Melanie und Günter. Und wenn gleich zwei solche Glücksfälle aufeinander treffen, so kommt eben was ganz besonderes dabei heraus." Mit diesen Worten und einem Blumenstrauß in der Bootsfarbe dankte Thomas Welling die großzügige Spende.


Thomas Maack hatte eine besondere Auszeichnung vorzunehmen. Für 50-jährige unterbrochene Mitgliedschaft im ERC konnte er Peter Lund die Clubnadel mit goldenem Eichenlaub überreichen.


Auch alle Hände voll zu tun hatte Peter Wesphal. Er überreichte den anwesenden Ruderkameraden die im letzten Jahr errungenen Fahrtenabzeichen. Im einzelnen waren dies:

Jan Ahrens, Lukas Fehre, Hannelore Fock, Jürgen Fock, Svenja Fock, Wiebke Fock, Rolf Göttsche, Malte Hein, Carina Hein, Alexander Herzog, Christa Inselmann, Dieter Inselmann, Jelena Jakobi, Konstantin Jakobi, Nikolai Jakobi, Tim Jähnchen, Joachim Jürgensen, Kim Kanitz, Lea Kanitz, Antje Kindt-Kölln, Kurt Kindt-Kölln, Hanna Maack, Arne Roggensack, Jürgen Roggensack, Telse Roggensack, Wiebke Schade, Levke Schmidt, Carolin Schneider, Timm Schoof, Manfred Schulz, Aenne Thormählen.

Schweden 2004

erstellt von Florian (Teamleiter Jugend)

Samstag, 24. Juli 2004
Elmshorn - Mellerud

Wir schreiben das Jahr 2004 und ganz Deutschland macht Sommerferien im Süden, wo es den Sommer vermutet. Ganz Deutschland? Nein!
Denn in einem kleinen Club in einem kleinen Städtchen irgendwo in Schleswig-Holstein hält sich seit etwa sechs Jahren das Gerücht, dass der Sommer doch wohl in Schweden zu finden sei. Anno 1998, so sagt man, hätten sich einige der ganz Hartgesottenen aufgemacht ein Abenteuer auf dem Dalslandkanal zu erleben. Sie seien mit einer Menge Geschichten von Blaubeeren, Mücken, Rudern in "ödylllischer" Landschaft, Sonne, Elchen, Hechten und dreckiger Wäsche im Seesack zurückgekommen.
Da es sich bei dem kleinen Städtchen um Elmshorn und bei dem Verein um den dortigen Ruderclub handelt, dürfte dem aufmerksamen Leser nun auch klar sein, wieso nicht ganz Deutschland sich in den Süden aufmachte. Denn für so einen Ruderer gibt es ja nichts Größeres als das, wovon dieses Gerücht erzählt.
So begab es sich also an einem Samstagmorgen Ende Juli gegen vier (!!!) Uhr, dass 17 leicht verschlafene Gestalten teils im Hintelmann mit Bootsanhänger und teils im ERC-Bus dem Horizont (und der Dänischen Grenze) entgegenfuhren um das Abenteuer (und den Sommer) zu suchen.
Unterbrochen von einigen Fahrerwechsel- und Schminkpausen, Stopps zum Einsammeln vereinzelter Ruderer von Autobahnrastplätzen oder zur Nahrungsaufnahme beim Marktführer der Systemgastronomie fuhren sie über die Große-Belt- und die Öresund-Brücke geradewegs nach Mellerud, wo sie bereits die Sonne erwartete.
Dort angelangt ging der Tag wenig spektakulär mit Zelte aufbauen, Boote abladen und aufriggern weiter. Nach getaner Arbeit stürzten die meisten sich aber sogleich todesmutig in die klaren Fluten des Vänersees.
Nach dem Abendessen fanden dann zu mehr oder weniger später Stunde alle Ruderer in ihre Schlafsäcke, kuschelten sich fest ein, schlossen die Äuglein und harrten der Abenteuer, die da kommen sollten.

Stefanie Schoof

Sonntag, 25. Juli 2004
Mellerud - Haverud

An diesen Tag sollte unser Abenteuer nun endlich richtig beginnen.
Nach dem Aufstehen stand uns die erste Herausforderung bevor: Wir mussten all unser Gepäck in den Booten verstauen... aber wie? Doch wie meistens: Das am Anfang unmöglich erscheinende Vorhaben klappte auch dieses Mal.
Nach dem Ablegen stand die erste Etappe über den Vänersee an. Hier ging es am Ufer entlang. Vorbei an "gefährlichen Felsen", dafür aber ohne Orientierungspunkte kamen wir dann doch an der Einfahrt des Dalslandkanals an.
Auf der weiteren Fahrt wurde jedes Haus mit einem aus einer Astrid-Lindgren-Geschichte verglichen und überlegt wie den noch mal alle Kinder von Bullerbü hießen oder was Michel alles angestellt hatte. Als wir dann überlegten wie die Schwester von Lotta hieß, kamen wir zu einer Schleuse die bereits Feierabend hatte (es war Sonntag).
Zum Glück war in der Karte auch ein Rastplatz vor der Schleuse eingezeichnet. Als wir diesen gefunden, stellte sich heraus, dass dieser Platz ein halber Campingplatz war. So genossen wir am Abend den nun um einen Tag verlängerten Aufenthalt in der Zivilisation.
Auf diesem Platz war auch eine Rudergruppe aus Osnabrück, die die Tour in der anderen Richtung gerade hinter sich hatte.
Nach dem die Zelte aufgebaut waren, stolperte Carolin wegen eines Erdlochs. Zum Glück konnten wir uns den Bus der Osnabrücker leihen und so starte ein Teil eine Fahrt ins nächste Krankenhaus, um eine Diagnose (vage) und Krücke (erst waren es noch zwei...) zu besorgen.
Der Rest kochte und versuchte dabei, den Inhalt seiner Kochkisten möglichst weiträumig über den Platz zu verteilen. Heraus kamen dabei Tütennudeln (mit etwas zu viel Wasser, na, die letzte Packung ist dann ja noch aufgetaucht...) und zum Teil auch sehr genießbare Sachen.
Schließlich krochen alle in ihre Zelte, um sich auszuschlafen für die Abenteuer in der Wildnis mit Elchen und Lotta, ihrem Bruder Jonas und ihrer Schwester Mia-Maria.

Stefan Roggensack

Montag, 26. Juli 2004
Haverud - Laxsjöns Frilufsgard

An diesem wunderschönen, nebligen Morgen wurden wir Ruderer, wie es üblich werden sollte, von Wiebkes lieblicher Stimme geweckt. Vorm Frühstück hieß es dann erst mal "frisch machen" gehen in den zum Glück nahe liegenden Waschräumen. Auf dem Weg dorthin durften wir dann ernüchternd feststellen, dass wir die ersten zu dieser Zeit wachen Menschen auf dem Campingplatz waren und die Ruderer aus Oldenburg, die wir am vorherigen Tag getroffen hatten, noch genüsslich in ihren Schlafsäcken schlummerten.
Nach dem "Schichtfrühstück", wir hatten nur eine Sitzgelegenheit für die ganze Truppe, hieß es dann Boote beladen und weiterrudern. Doch wie sollte es anders sein, wir ruderten gerade mal 100m, um dann vor einer Schleuse warten zu dürfen, welches sich allerdings als glücklicher Zufall erwies, denn als wir durch unser Warten endlich, wenn auch verspätet, in die Schleuse gelangten, fuhr in großer Höhe eine Eisenbahn über uns hinweg, welches Holger natürlich sofort als Anlass zum Knipsen nahm. Eine Schleuse weiter wurde ich dann von Anne gefragt, wo meine Flagge sei (ich durfte seit gestern steuern, da ich mir eine Bänderüberdehnung zugezogen hatte). Mit Entsetzen stellte ich fest, dass die Flagge doch tatsächlich entwendet worden war. Ich blickte mich um und sah in Wiebkes und Arnes Gesichtern verräterische Blicke. (Sie besetzten die Krückau und hatten auch im Verlauf der noch später folgenden Viererschleusen-Aquädukte ihr trügerisches Können genutzt, um auch die Flaggen der anderen Boote zu beschlagnahmen.) Die weitere Fahrt erwies sich wie immer als kurz, bis auf die Tatsache, dass Birte durch ständiges Wasserverschlingen oft das Bedürfnis hatte, eine Toilette zu beschlagnahmen und ich, da ich mit Gerrit im Boot war, was mir noch des Öfteren passieren sollte, nicht trocken wieder heraus kam.
In Laxsjöns Frilufsgard angekommen nahm meine Mannschaft wegen meiner "Fußbehinderung" noch zusätzliche Strapazen auf sich, sie mussten extra für mich einen Umweg von zusätzlichen 60m in Kauf nehmen, da ich unbedingt am Steg aussteigen sollte. Als alle außer mir unter Aufsicht von mehreren Schaulustigen das Ausladen der Boote bewältigt hatten, bekamen wir, da wir ja eine größere Gruppe waren und die anderen Campingplatzbesucher sich nicht von uns durch nächtliche Ruhestörungen belästigt fühlen sollten, einen etwas außerhalb liegenden Platz zugewiesen. Der befand sich jedoch weit ab von den Waschmöglichkeiten. (Später erfuhren wir von Timm, dass es schon im nächsten Haus sanitäre Anlagen gab.) Auf der Suche nach diesen wurde gleich ein Laden von uns belagert und ein nobler Abwaschraum ausfindig gemacht (es gab dort einen Kühlschrank, einen beheizten Aufenthaltsraum und sogar eine Crêpespfanne?). Auf unserer weiteren Erkundungstour über den Campingplatz trafen wir echte Elmshorner (!!!), davon abgesehen hatten wir auch schon eine Menge an feindlichen deutschen Paddlern gesichtet, jedoch kannten die Elmshorner selbstverständlich unseren Ruderclub, von dem sie bisher schon viel, natürlich nur Gutes, gehört hatten.
Während alle ihr köstlich zugerichtetes Abendmahl zu sich genommen hatten, versuchten sich Arne, Niko und Timm an der Aufgabe, ein aus nassem Holz bestehendes Lagerfeuer anzuzünden, woran sie jedoch kläglich scheiterten. Da aus dem Lagerfeuer nichts werden sollte, suchten sich alle ihren Weg, um es sich dennoch gemütlich zu machen. Man scheute keine Mühen, um durch Dickicht zu einem Felsen zu gelangen und die Aussicht zu genießen, machte es sich am Kieselsteinstrand mit echt schönem Blick relativ bequem oder trieb auf dem Campingplatz weiterhin sein Unwesen. Da sich dann der Abend langsam dem Ende zu neigte, schlossen einige schon die Bekanntschaft mit ihren eiskalten Schlafsäcken, andere zogen es vor, sich von Timm amüsante und zugleich interessante Geschichten über die Horster Frauenwelt anzuhören. Als dann auch die fast letzten sich ins Zelt begaben, wagten Arne, Niko und Timm sich erneut an eine Aufgabe, die sich dieses Mal jedoch als machbar erwies, sie sollten nämlich die Bootseinteilung für den morgigen Tag bestimmen. Irgendwann verschwanden auch die drei mehr oder weniger leise in ihrem Zelt und es herrschte Stille (bis auf eventuelles Zähnegeklapper einiger Leute, da dies eine sehr kalte Nacht wurde).

Carolin Schneider

Dienstag, 27. Juli 2004
Laxsjöns Frilufsgard - Bengtsfors

Mittwoch, 28. Juli 2004
Bengtsfors - Gummenäsön

Wir hatten wieder einen sonnigen Tag hinter uns mit einem spannenden Beachvolleyballmatch gegen die 1. deutsche Campermannschaft (Volleyball war auf dieser Tour die Lieblingssportart, wegen des Fußballverbotes - hat aber leider auch nicht vor der Verletzung bewahrt).
Es ist gerade vier Uhr morgens und wir, d.h. Arne, Niko und ich, sitzen im Gemeinschaftsraum des Campingplatzes. Während wir die Bootseinteilung schrieben, sahen wir das einzige Mal auf der ganzen Wanderfahrt Fernsehen auf dem netten Großbildschirm in dem Gemeinschaftsraum. Dann empfanden wir doch etwas Müdigkeit und ansteckendes Gähnen breitete sich aus. Daher schlüpften wir in unser Zelt, um dann gegen 9 oder etwas später aufzustehen.
Ich konnte meinen Kameraden noch einige Minuten im Schlafsack abringen, indem ich versprach gleich Eier zu kaufen und dann Spiegeleier daraus zu machen. Vorerst mussten wir uns aber noch in die Fluten stürzen und ausgiebig das Synchronspringen von dem buchteigenen Sprungturm perfektionieren. Anschließend gingen wir los um den Thai-Kiosk für einige Leckereien zu besuchen.
Als die Sonne schon recht hoch stand, waren auch alle Boote auf dem Wasser. Wiebke und Niko ruderten an diesem Tag das Honeymoonboat Krückau und waren immer vorne dabei - nebenbei bemerkt, Krückau wurde auf dieser Wanderfahrt ein begehrtes Boot, denn man konnte sich ausgezeichnet unterhalten und sich den Tag einteilen, wie es einem beliebte. Der Rest der Bande war auf die anderen drei Vierer verteilt. Steffen ruderte mit Caro, Steffi, Polli und mir.
Trotz eines unglaublich langsamen Opa-Steffen-Schlages (vielleicht 12 oder 13 Schläge die Minute) erreichten wir dank seltener Pausen als Erste das Eiland Gummenöson oder so.
Sehr angenehmer Flecken Schwedischer Fels, doch leider etwas paddlerverseucht.
Nach einigen Stunden Wurzel aus dem Boden kloppen konnten wir unsere Zelte in idyllischer Runde aufstellen.
Baden und Wäsche waschen mit anschließendem Kochen läuteten den Abend ein. Nun galt es noch ein bisschen Holz mit Polli zu hacken, um es dann zu verbrennen. Schließlich versammelten sich Niko, Birte, Levke und ich in Nikos Zelt und spielten in launiger Runde eine wunderschöne Runde Doppelkopf.
Ich habe diese Schweden-Waderfahrt als eine besondere Herausforderung gesehen und werde mich immer sehr gerne an dieses tolle Abendteuer erinnern. An dieser Stelle auch noch mal ein pfundiges Dankeschön an die flexible und belastbare Fahrtenleitung ;-).

Gerrit Hendricks

Donnerstag, 29. Juli 2004
Ruhetag auf Gummenäsön

Freitag, 30. Juli 2004
Gummenäsön - Fänadfjuset

Am 30.07.04 kroch wieder eine Truppe Ruderer aus ihren Schlafsäcken, um über Lennartsfors nach Getön zu rudern, dies waren ca.23 km für diesen Tag. Die Sonne schien und wir machten uns auf den Weg nach Lennartsfors. Uns erwartete eine 3er Schleuse mit Einkaufsmöglichkeiten, was wir auch reichlich ausnutzten. Auf dem Weg dorthin hielten wir auf einem Campingplatz an, um den Müll vom Vortag zu entsorgen und um Gas zu besorgen, weil einer Kochgruppe das Gas leider ausgegangen war, gleichzeitig haben wir uns auch ein Eis gegönnt. Nachdem wir durch die Schleuse waren und alle wieder eingeladen hatten ging es nach Getön, wo wir unsere nächste Nacht verbringen wollten. Auf dem Weg gab es wieder eine Menge Landschaft zu sehen, was aber auch nicht mehr so interessant war, bis unser Obmann Hauke beschlossen hatte, dass wir zwischen 2 Inseln hindurch rudern sollten. Haukes Mannschaft, das waren Wiebke, Steffi, Stefan und ich. Doch es wurde plötzlich ein bisschen zu flach, so dass die gesamte Mannschaft aussteigen musste, nur Steffi als Steuerfrau durfte im Boot bleiben. Also haben wir unser Boot durchgeschoben, bis es wieder tiefer wurde, und wir unsere Fahrt rudern fortführen konnten. Der Rest der Truppe suchte schon mal unsere Insel, die leider keine Schützhütte hatte, so dass wir auch bis heute nicht wissen ob es wirklich Getön war, wo wir übernachtet haben. Aber egal das war ja auch nicht so wichtig, das Wichtige war der schöne Felsen der Insel, wo wir herrlich gekocht sowie Stockbrot gemacht haben am Lagerfeuer. Es war zwar ein bisschen rutschig zum Baden, aber wir hatten einen tollen Sandstrand zum Zelten, denn im Wald waren so viele Ameisen, dass wir lieber am Strand gezeltet haben. Spät am Abend wollte Poll noch Holz hacken, was ihm zum Verhängnis wurde. Er holte sich einen Splitter, der so tief saß dass Pinzette und Nadel nichts halfen. Doch wozu hat man Cuttermesser. Steffen und ich gaben uns alle Mühe, aber die OP musste leider wegen der Dunkelheit abgebrochen werden und Poll bekam von uns nur einen dicken Verband. So ging auch dieser Abend voller Abenteuer zu Ende.

Henrike Schweiger

Anm. der Fahrtenleitung: Wahrscheinlich sind wir nicht auf Getön sonder auf der Nachbarinsel Fänadfjuset gewesen.

Samstag, 31. Juli 2004
Fänadfjuset-(Lennartsfors)-Hästön

Langsam und majestätisch erhebt sich die Sonne über den bewaldeten Hügeln am Ufer des Foxen. Davor eine kleine Insel mit einem Stückchen Sandstrand zwischen felsigen Uferpartien. Himmlische Ruhe (OK - einer dieser komischen Krähvögel kräht vielleicht). Direkt auf dem Strand eine idyllische Ansammlung von Zelten, um die Ecke liegen einige Ruderboote im Flachwasser verankert. Auf der Klippe dazwischen rauchen die Reste eines Lagerfeuers inmitten einer unglaublichen Menge Stockbrot.
Eine ganze Weile später. Die Sonne steht mittlerweile ziemlich hoch an einem erbarmungslos wolken- und damit schattenlosen blauem Himmel. Der erste Paddler kommt über den See auf die Insel zu und dreht enttäuscht ab, als er erkennt, dass der Rastplatz besetzt ist. Er nimmt sich vermutlich vor, am nächsten Tag noch ein wenig früher aufzubrechen. Ohne auch nur von solchen Problemen zu ahnen, geschweige denn sie ernst zu nehmen, erwachen die ersten Ruderer. Ja, um solche handelt es sich, wie der geneigte Leser vermutlich längst ahnt (naja, in der Vereinszeitung eines Ruderclubs...).

Dennoch ist es am Tourstandard gemessen noch erstaunlich früh, als die ersten quasi direkt aus den inzwischen kochendheißen Zelten ins erfrischende, klare Wasser springen und anschließend zur Frühstücksklippe weiterziehen und beim Frühstück die Nachzügler anfeuern, sich ins kühle Nass zu stürzen. Bald darauf verbreitet sich Betriebsamkeit und Aktivität - schließlich steht heute nicht nur die nördlichste Ruderetappe der Tour auf dem Plan, auch Holgers Badeunfall, dem in einer verzwickten Kombination aus rutschigen Klippen und einer vorsichtshalber abgelegten Brille letztere zum Opfer fällt, verblasst angesichts der Herausforderungen, die noch zu meistern sind.

Zunächst einmal bedeutet das für diesen Bericht, dass ein Stilwechsel her muss (der Arne-lies-uns-bitte-noch-eine-Schwedengeschichte-aus-deinem-Buch-vor-Stil kann einfach nicht die ganze Spannung und Explosivität der folgenden Ereignisse transportieren).
Schnitt. Rückblende: Dunkelheit. Schritte eines Läufers, atemloses Prusten. Ab und zu kommen im funzeligen Scheinwerferkegel einer Taschenlampe Bäume und Waldboden (ab und zu auch schier gigantische Ameisenhaufen) ins Bild. Das Ganze unterlegt von rhythmischen undefinierbaren Geräuschen, als wenn ein Beil auf einen Baumstumpen einschlägt. Dann ein schockiger Toneffekt: das rettende Plumpsklo taucht aus dem Dunkel auf. Kaum hat sich wenig später in der aus mittlerweile zwei Personen bestehenden Warteschlange scheinbar alles beruhigt, zerreißt ein gellender Schrei die Nacht. Naja. So gellend nun auch wieder nicht. Eigentlich mehr etwas wie: "Aua." Es klingt wie Polli mit einem Splitter in der Hand.

Schnitt. Gegenwart: Der Rat der Weisen der Ruderer steht versammelt in den historischen Ruinen ihres (mittlerweile halb abgebauten) Lagerplatzes und beratschlagt, wie man das Übel der Welt und insbesondere Pollis Hand kurieren kann. Es sieht aus wie auf einem Schlachtfeld (wie jeden Morgen vor dem Verladen von Gepäck und Müll).
Schnitt: Polli schiebt um die Ecke den Elvkieker ins Wasser. Dramatische Musikuntermalung. Mit schmerzverzerrtem Gesicht Polli zu sich selbst: "Ich kann es nicht von ihnen verlangen. Ich muss den Splitter zum zentralen Paddlerversammlungsort nach Lennartsfors bringen und dort in die Abgründe des Bruikshandels werfen." Da sprinten unter melodramatischer Musikuntermalung Henrike, Levke, Gerrit und Hauke über den Strand und klettern in letzter Sekunde ins Boot (schwimmen können wir ja schließlich alle): "Nee, Polli, wir lassen dich jetzt nicht allein. Wo dein Weg auch hinführen mag, wir kommen mit, gleich welche Dunkelheit und Gefahr dort auf uns harren mag- jedenfalls bis Lennartsfors."
Nun tauchen auch die weisen Ruderer auf und überreichen den Helden wertvolle Geschenke, darunter ein gelber Sack voller Müll und eine Einkaufsliste. Schließlich bricht der Elvkieker gen Süden auf, derweil die Ruderer am Ufer stehen und der Besatzung hinterherrufen: "So sei es denn. Hier nun trennen sich die Gefährten. Vergesst die Einkäufe von der Liste nicht!". Und an die Zurückgebliebenen gewandt: "Verzagt nicht, meine Gefährten. Unser Weg führt nun nach Norden, Paddler jagen."

Der Oscar ist mir sicher. Obwohl das jetzt vielleicht doch etwas zu hochgestochen war. So ähnlich hat es sich damals aber zugetragen. Naja, ungefähr. Pollis Splitter hatten wir ja am Vorabend nicht aus der Hand herausbekommen, daher trennte sich die Gruppe in eine Polli-Rescue-Mission und die Nordpolarmeerfahrer. Erstere bestand aus mir und den bereits erwähnten Personen, die mit Elvkieker in Lennartsfors einen Arzt suchen und gleichzeitig noch die Vorräte für die lange Zeit bis Nössemark aufstocken sollten.

Von einem scheinbar Landemanöver übenden Wasserflugzeug abgesehen erreichten wir ohne besondere Vorkommnisse bald die Schleuse Lennartsfors, die wir am Vortag bereits passiert hatten. Dort legten wir an einem Bootsanleger beim in den Fels gehauenen Schleusenkanal an und kamen über einen rustikal bis abenteuerlich an den Fels gezimmerten Holzweg zur Schleuse und dem Bruikshandel. Mit den Verkäufern konnten wir uns gut auf Englisch verständigen, mussten aber erfahren, dass der nächste Arzt etwa 50km weiter zu finden sei und außerdem gerade geschlossen habe. Immerhin konnte uns die Ladeninhaberin etwas Wasser abkochen und uns ein scharfes Fischfiletiermesser leihen. Mit dieser Profi-Ausrüstung sowie etwas Betaisadonna, einem Schuß Wodka, einer Pinzette und einem Haufen Verbandszeug aus unserer Medi-Tonne funktionierten wir dann den Tisch vor dem Laden in einen mobilen Operationssaal um und waren schnell von Schaulustigen umringt. Ich muss sagen, Polli hat sich echt gut gehalten und sich den Splitter schließlich sogar eigenhändig entfernt - die Details lasse ich lieber aus. Außerdem konnte er bereits zwei Tage später wieder mitrudern. Respekt.

Daraufhin machten wir uns wieder auf den Rückweg Richtung Norden um dort die anderen zu treffen, die den Foxen ja bis ans Nordende ausfahren und dann auf einer der Inseln zwischen Foxen und Stora Lee übernachten wollten. Mittlerweile waren auch einige kühlende Wolken vor die sengende Sonne gezogen, so dass wir entspannt anfingen, diese Inseln nach geeigneten Lagerplätzen abzusuchen, wobei wir bei Kollön fast auf ein Felsriff aufgelaufen wären. Der dortige, gut aussehende Platz in einer schmalen Bucht war allerdings schon besetzt. Kurz darauf kam aber auch schon ein Anruf von den Anderen, sie waren doch nicht nach Norden gefahren, sondern direkt nach Häston, wo das Lager bereits aufgebaut war. Meiner Meinung nach war dort, gleichauf mit dem heutigen Startplatz der beste Lagerplatz der Tour. Ein kleiner Kieselstrand unterhalb der Lagerhütte, direkt daneben eine flache Bucht, in der wir die Boote vertäuen konnten und über einen großen Bereich um diese Bucht verstreute Top-Zeltplätze am Fuße relativ stark ansteigender Hügel, die wir zudem alle für uns allein hatten. Das beste jedoch: über einen Hügel, von dem man eine grandiose Aussicht auf das bunte Lager und den See hatte, kam man zur nächsten Bucht, deren Steilküsten aussahen, als wären sie fürs Klippenspringen gemacht. Doch ich denke, das wird man im nächsten Bericht lesen können.

Den restlichen Nachmittag / Abend verbrachten wir mit Streifzügen über die Hügel, Waschen und Baden am Strand und der Zubereitung des Essens (in meiner Kochgruppe gab es Barbecue-Style-Ravioli, mit anderen Worten: angebrannte Nudeln). Außerdem sahen wir auf dieser Insel das erste Mal auf der Fahrt die scheinbar für den Stora Lee charakteristischen Kieseltürmchen an den Stränden, die uns sofort so begeisterten, dass wir auch einen errichteten. So ging der Tag schnell zur Neige und da der zuständige Ranger anscheinend gerade einen frischen Stapel Holz angeliefert hatte, klang auch dieser Abend mit einem zünftigen Lagerfeuer vor der Hütte aus in der einige Ruderer, darunter auch ich, ihr Nachtlager eingerichtet hatten.

Hauke Janzen

Sonntag, 01. August 2004
Hästön - Otteid (Norwegen)

Heute wurde ich um 10:00 Uhr, in einer interessanten Zeltkombination, die auf einem allerdings nicht ganz optimalen Untergrund gebaut war, geweckt. Wir hatten am Vortag zwei Zelt ineinander aufgebaut, um die vermeintlich ebene Bodenfläche zwischen den Bäumen zu nutzen. Das Zelt beherbergte in dieser Nacht drei Zeltgemeinschaften, doch dass es ein unbequemer Schlafplatz wurde, lag nicht an der Anzahl der Bewohner, sondern viel mehr daran das der Waldboden ein starkes Gefälle aufwies. So rutschten wir alle während des Schlafes, die Luftmatratzen hinunter Richtung Zeltausgang. Das relativ frühe Aufstehen heute, hatte weniger mit der bevorstehenden Ruderetappe zu tun, als mit der Tatsache, dass Hästön eine schöne Insel mit einer erstklassigen Felsklippe zum springen war. Die am vorherigen Tag bereits gründlich ausgelotet und getestete Absprungsstelle, füllte sich an diesem Morgen sehr schnell mit einem großen Teil der Gruppe. Die Sprünge wurden von Holger fotografisch festgehalten und so sind die meisten schon vor dem Frühstück im Wasser gewesen und konnten frisch in den Tag starten. Die Zeit zog sich nach dem Frühstück etwas hin. Bis abgewaschen war, die Zelte abgebaut und die Boote beladen, verstrich einige Zeit und beim Ablegens war es bereits 14:00 Uhr. Zum Vergleich, unser Boot hatte am Tag zuvor um 14:30 Uhr auf dieser Insel angelegt. Die Wiking mit Birte, Levke, Holger, Christoph und mir segelte, so wie die meisten Boote, eine gute Strecke der Tagesetappe. Bei der Abzweigung Richtung Norwegen strichen wir die Segel und ruderten das Stück bis Otteid durch. Es war die einzige Station in Norwegen auf unserer Tour und wir erreichten unseren auserkorenen Lagerplatz um ca. 16:00 Uhr. Wir blieben in der Nähe des kleinen Hafens, bis die Fahrtenleitung bei dem Besitzer der angrenzenden Wiese um Erlaubnis zum Übernachten gefragt hatte. Diese wurde freundlicher Weise erteilt und wir freuten uns beim Anblick einiger geraden Flächen auf der Wiese, auf eine angenehme Nacht. Die Zeit zwischen Zeltaufbau und Abendessen habe ich geschlafen und somit nicht an einer der gefährlichsten Ballsportarten teilgenommen. Denn das Volleyball Spielen forderte heute sein zweites größeres Opfer auf dieser Fahrt, es traf Holger in Form eines Zeltherings der sein Knie aufschlitzte. Damit hatten wir für die nächsten Tage einen weiteren Steuermannsplatz fest einzuplanen. Für das Abendessen tauschte ich meine Kochgruppe mit Birte, da ich liebend gern auf Milchreis als Hauptmalzeit verzichten konnte. Meine Gastkochgruppe bestand aus Anne, Levke, Henrike und Caro, bei denen ich mehr als satt wurde. Das war durchaus nicht bei jeder Kochgruppe der Fall, da die Einkaufsplanung bei der DKKG nicht ganz funktioniert hatte. Der Abend klang in kleineren Gruppen, bei Karten spielen und Gesprächen aus. Es folgte eine erholsame Nacht, auf einem geraden und bequemen Liegeplatz.

Nikolai Jakobi

Montag, 02. August 2004
Otteid - Guppviksön

Dieser Bericht von Sebastian Kiesow ist durch eine technische Panne in der Redaktion leider verloren gegangen und kann auch nicht wieder rekonstruiert werden.

Dienstag, 03. August 2004
Guppviksön - Nössemark

Bei diesem Bericht von Christoph Poll gibt es genau das gleiche Problem wie am Vortag.

Mittwoch, 04. August
Ruhetag in Nössemark

Nach einer erholsamen Nacht in einem urgemütlichen Zelt brach der Morgen eines außergewöhnlichen Tages an. Er war außergewöhnlich, da es sich 1. um einen wohlverdienten Ruhetag handelte und uns 2. entgegen der Schweden-Gewohnheit ein Sonnenaufgang verwehrt wurde. Stattdessen war der Himmel in ein tiefes scheuerlappengrau getaucht, einzig positiv daran war, dass keine Sonnenbrandgefahr bestand und endlich die langen Hosen und Pullis auch mal während des Tages zum Einsatz kamen. Welch Freude! Trotz des trüben Wetters wurde der Tag langsamer und ruhiger als sonst angegangen.
Nach der Morgenwäsche folgte das obligatorische Kochgruppenfrühstück dank des nahe gelegenen schwedischen Supermarktes in einer "de luxe" - Ausführung mit frischen Brötchen, Fruchtsaft und frischer Milch fürs Müsli. Gesättigt von dem ausgiebigen Frühstück folgte nun jeder Ruderer den Rest des Tages seinen eigenen Interessen: ins Zelt kriechen und sich bis zur nächsten Mahlzeit in den Schlafsack kuscheln, Wäsche waschen, aus Skulls und Tampen ein "Volleyballnetz" bauen und Volleyball spielen, per pedes die Gegend rund um den Campingplatz erkunden, lesen, Wizzard spielen, im Mädchenzelt Wanderfahrtslieder singen, zum x-ten Mal im Supermarkt einkaufen gehen usw.
Der Tag verging ohne größere Anstrengungen, steckte dafür jedoch voller Überraschungen. Nach dem Aufstehen berichtete uns Levke aufgeregt von ihrer nervenaufreibenden nächtlichen Unternehmung. Mitten in der Nacht war sie schlaftrunken zum Waschhaus marschiert, um ein WC aufzusuchen und hatte sich auf dem Rückweg irrtümlicherweise ins benachbarte Jungenzelt geschlichen. Auf der Suche nach ihrem Schlafsack war sie von dem einen Ende des Zeltes zum anderen gekrochen. Sie wunderte sich ein wenig über die schnarchenden und nichts wahrnehmenden Jungen, nahm dann den männlich markanten Duft wahr und stellte fest, dass sie sich im falschen Zelt befand. Flugs machte sie kehrt und ließ sich im Mädchenzelt müde in ihren Schlafsack fallen. Diese Nachtaktion blieb nicht ohne Folgen, denn noch Tage später amüsierten wir uns nur bei dem Gedanken daran prächtig.
Des Weiteren erblickten wir bei genauerer Betrachtung auf dem Parkplatz doch tatsächlich einen Elch - wie lange hatten wir darauf gewartet und uns danach gesehnt. Und nun endlich wurde dieser Traum wahr. Unglaublich. Vielleicht sollte es an dieser Stelle besser unerwähnt bleiben, dass es sich bei dem Elch um ein Fahrzeug mit dem Kennzeichen EL-CH handelte. ? Aber immerhin konnten wir nun todesmutig erzählen, einen Elch gesehen und ihm zum Greifen nah gewesen zu sein. Am Nachmittag ertönte plötzlich ein gellender Schrei und drohte, die Camperidylle zu zerstören. Der Grund dafür war die plötzliche Explosion von Polls Schwimmweste. Einige wagemutige Experten vermuteten, dass das genannte Objekt am Vortag derart intensiv mit Wasser in Kontakt getreten war, dass sich die in der Schwimmweste befindliche "Brausetablette" im Laufe der Zeit aufgelöst und die Explosion hervorgerufen hatte. Immerhin hatte Christoph nun die Bestätigung, dass seine Schwimmweste durchaus funktionstüchtig ist oder besser gesagt war.
Nach all der Aufregung des Tages machte man sich in den Kochgruppen an die Zubereitung der abendlichen Mahlzeit und es wurden wieder mal die schmackhaftesten Köstlichkeiten aufgetischt, beispielsweise Nudeln mit Soße oder Reis mit einer vegetarischen chinesischen Soße.
Der Abend klang wie üblich in gemütlichen Zeltrunden aus, sofern man von den üblichen Spielen wie Wizzard und Skat einfach genug bekommen kann.

Anne Schneider

Donnerstag, 05.August 2004
Nössemark - Skottön

Ich schlage die Augen auf und blicke hektisch um mich: Sepp und Polli rechts von mir, links jemand anderes. Wo bin ich? Schlafsack, Zelt, Wizard-Karten in der Tasche neben meinem Brillenetui... Langsam kehrt die Erinnerung zurück. Der Haufen zur Linken ist Hauke, zusammengekauert in einem Berg aus Schlafsack und seinen eigenen Klamotten. Irgendetwas musste ihn gestern Abend davon abgehalten haben sie nach dem Trocknen ordentlich zusammen zu legen. Wahrscheinlich ein kleines Wizard-Spiel oder einfach die Müdigkeit, die entsteht, wenn man eine überdurchschnittliche Menge an Nahrung aufnimmt, die den Körper dazu zwingt alle weiteren Aufgaben auf morgen zu vertagen.
Hamburger, ich fühle es im Magen und rieche es überall - Bulettengestank im ganzen Zelt, Vorzelt und VorVorzelt! Booahh, und jetzt dämmert es langsam: Bei uns war gestern Burgerparty! Richtig, wir hatten die letzten Pakete Sesambrötchen ergattert, dazu drei 30er Pakete gefrorener, flacher, runder Hackfleischformteile, dazu diverses Gemüse, auf das die Mädels bestanden hatten, Käse, Ketchup, Soße und Bier. Ein gelungener Ausklang eines langen, teils regnerischen Ruhetages, wenn da nur nicht dieses Gefühl im Magen wäre, das mich scheinbar hatte aufwachen lassen.
Also nix wie raus aus dem Sack und ab Richtung Waschhaus - sieht so aus als wenn ich heute Morgen ausnahmsweise mal zu den ersten gehöre. Nach den üblichen Aktivitäten begegnen mir Sepp und Polli auf dem Rückweg und auch die anderen sind wach und auf dem Weg zur Morgentoilette oder rödeln zumindest irgendwo im Zelt herum. Als ich unsere mobile Imbissbude betrete, hat sich in der linken Ecke noch nicht viel bewegt, doch es gelingt mir dann doch den Rabauken wach zu kriegen, die Androhung ohne ihn zu frühstücken wirkte Wunder.
Als Hauke zurückkommt sind wir auch schon mitten drin und löffeln unser Müsli, danach wird wie immer abgewaschen, eingepackt und losgefahren - hier nur im Zeitraffer darzustellen, versteht sich. Die VorVorzelt-Konstruktion wieder abzubauen, die wir am Vortag so liebevoll als zentralen Platz des sozialen Lebens errichtet hatten, erwies sich als nicht ganz so einfach und einige Leute sollten sich noch länger wundern, warum ihre frisch gewaschene Wäsche penetrant nach McDalsland riecht. Aber was will man denn erwarten, wenn man sie zum trocknen direkt über die Bratpfanne hängt...
Doch zurück zum Tagesgeschehen: Mein Boot ist heute die Pagen mit Steffi, Levke, Timm und Niko und ich glaube wir legen als letztes ab, weil ich noch unbedingt meine gerade getrockneten Schuhe beim Beladen wieder nass machen musste. Das Wetter ist erstaunlich gut nach den zwei schlechten Tagen und wir sind im Nachhinein froh, dass wir den gestrigen Tag in Nössemark mit Waschmaschine, Trockner und Supermarkt verbracht haben anstatt auf Skottön abzuhocken, denn dorthin waren wir erst jetzt gegen 11:00 Uhr unterwegs.
Diverse anfängliche Pausen gleich nach den ersten Schlägen lassen ein Aufschließen zu den anderen Booten gar nicht erst zu und wir finden uns recht schnell mit der Tatsache ab bei der heutigen Tagesetappe mal die Letzten zu sein. Dafür ist der Spaßfaktor nicht zu unterschätzen und Timms Lachflash widme ich gleich mehrere Fotos.
Das Etappenziel nähert sich ohne besondere Vorkommnisse aber doch schneller als geplant, auch wenn es nicht alle so ganz mitbekommen haben, und ich behaupte noch bis heute, dass ein wichtiger Teil der Seekarte fehlte, der mir das Ziel hätte so beschreiben können, dass ich nicht 30 Minuten wie der letzte Depp direkt vor Skottön liege ohne es zu bemerken. Im Zweifel jedoch für den Angeklagten und außerdem, was sollen wir denn schon vor 15:00 Uhr hier ein Zelt aufbauen? Zumindest nicht wenn alle anderen schon da sind - was hatten die das eigentlich auch so eilig - bis dahin hatten wir ja nur Platzprobleme wenn wir nach 16:00 Uhr noch die Feuerstelle für uns beanspruchen wollten...
Eine ganz natürliche Folge halt wenn Leute mit dem Herausbringen von dutzenden Dalsland-Reiseführern meinen ein besonderes Geschäft machen zu müssen - im Sinne des gemeinen Wasserwanderers ist diese fast alltägliche Schutzhüttenschlacht gegen meist deutschsprachige Jugendgruppen jedenfalls nicht - im Übrigen der einzige leicht fade Beigeschmack dieser Tour.
Nach längerem Hin und Her also zackig angelegt, ausgepackt und Arne und Gerrit die Boote zum Vertäuen übergeben. Da die Bucht an der Südspitze von Skottön den ambitionierten Knotenfetischisten geradewegs dazu drängt endlich den vollen Umfang der mitgelieferten Tampen auszunutzen, wurden diese mit samt Booten dazwischen in einer Konstruktion monumentalen Ausmaßes dermaßen kunstvoll über die Bucht gespannt, dass selbst der Ranger (so er denn an diesem Abend vorbeigeschaut hätte) vor Neid zum Elch geworden wäre. Nur unserem nächstmorgendlichen Ablegen ist es zu verdanken dass die UNESCO nicht noch vorbeigeschaut hat um dieses Bauwerk zum Weltkulturerbe zu erklären - noch mal Schwein gehabt!
Die ersten Zelte stehen meiner Aufzeichnung nach schon um 15:27 (weiter so, so schaffen wir jede Landjugendgruppe!) und so bleibt uns Jungs genug Zeit erst mal die Insel nach Kletterfelsen zu erkunden, während andere zum Kaffee noch die Reste der Jordbaersgubb verzehren - Mahlzeit Niko! Eine nette Felswand überwunden wagen sich Steffen, Hauke und Björn an Level 2 und klettern eine Felsspalte direkt überm Wasser entlang, während ich noch mit meinem Schweinehund boxe und die Stimmen auch schon immer leiser werden. Entschließe mich also zu den Zelten zurückzugehen und zu sehen, ob ich alle Klettermaxe zum Abendbrot heil wiedersehe.
Natürlich sollte dem so sein und obwohl es mir entgangen ist, was es an dem Abend zu essen gab (waren es Nudeln mit Soße oder Milchreis??), bin ich mir ziemlich sicher dass der Abend auf jeden Fall mit einem netten Gruppenfoto, dem Vernichten der letzten Bierreserven und mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit einer Runde Wizard oder DoKo zu Ende gegangen ist.

Alexander Herzog

Freitag- Samstag, 06.- 07. August
Skottön - Ed - Elmshorn

In der Nacht auf Skottön hatte unser Zelt (ach, und natürlich auch noch Birte) ganz survivalmäßig in der Schutzhütte geschlafen. Denn das gehörte neben "Einen Elch sehen" mit auf die "Muss ich unbedingt in Schweden machen" Liste. Und auch sonst bietet eine Schutzhütte jede Menge Vorteile. Wir brauchten zum Beispiel auch unser Zelt nicht aufzubauen. Nicht dass wir zu faul gewesen wären oder so, wir...ären nicht zu faul gewesen!
Nun ja, als es dann ans allgemeine Aufstehen ging, war unsere Schutzhütte natürlich noch nicht mit von der Partie. Und dann offenbarte sich auch gleich ein Nachteil der Schutzhütte: Die Ponchos, die wir am letzten Abend zum Schutz vor dem Rauch des Feuers aufgehängt hatten, spendeten auch die zum Weiterschlafen nötige Dunkelheit. Soweit kein Problem, aber um uns zum Aufstehen zu bewegen, entfernte Steffen erstmal dreist die Ponchos. Das absolute Traumpanorama mit dem See und der Nachbarinsel irgendwo im Dunst interessierte uns in dem Moment herzlich wenig. Außerdem stand Steffen ganz unpassend darin herum. Hämisch grinsend. Nun ja, aufstehen gehört ja nun mal zum Leben wie Kanuten, so traurig das auch sein mag.
Also gingen wie jeden Morgen viele baden, es wurde Frühstück gemacht und so was halt. Was auch seit dem zweiten Ruhetag zum Volkssport gehörte war das Bienentöten. Das hört sich etwas hart an, sagen wir mal Bienen "ruhig stellen". Mit Honig, der allseits geliebten "Jordgubskräm" und was sonst noch in Reichweite war, ging das Bienentöten nahtlos ins Frühstück über. Und dann: Eine Störung unserer wohlverdienten Mahlzeit! Der nette Ranger, der aussah wie aus einem Bilderbuch mit dem Titel "Schwedens Bilderbuchranger", kam mit seiner Nußschale angetuckert und brachte frisches Brennholz, leerte die Mülleimer und stellte auch die nicht zu vermeidende Frage: "Do you have a campingcard?" Natürlich hatten wir eine...nur zu dem Zeitpunkt aus mysteriösen Gründen nicht zu finden (Ich sags ja: Mit Kanuten eine Insel teilen, das hat schlimme Folgen!). We explained das dann dem Ranger und er believed us, dann war das auch ok. Der Ranger war sowieso total nett, er hat auch unseren Müll mitgenommen und war echt begeistert als er gehört hat, dass wir from Germany sind. Echter Bilderbuchranger halt.
Ja, nach dem Frühstück gings dann ans Sachenpacken zur letzten Etappe dieser monstermäßigen Ultrawanderfahrt. Ganze ausgewachsene acht Kilometer trennten uns vom Etappenziel. Das Boote-Packen war auch etwas ganz Besonderes. Im Laufe der Fahrt hatten sich Experten für jeden Kasten jeden Bootes gefunden, die ihren oder ihre Seesacksucher hatten. So suchte man immer die gleichen Seesäcke um sie zum richtigen Kasten zu bringen. Das nur so zum technischen Ablauf. Als wir dann um die Insel herumfuhren, guckten uns die Kanuten von UNSERER Schutzhütte aus nach. Nach kaum 5 Minuten also war unser Lagerplatz wieder belegt! Gut, das ist auch nicht so die Katastrophe, ich wollte es nur mal erwähnt haben.
Die acht Kilometer, die wir übrigens fast ohne Unterbrechung rudernd zurücklegten kamen mir ungewöhnlich lang vor. Unser Ziel nämlich, eine Stadt, deren Namen ich vergessen habe, konnten wir die ganze Zeit sehen, aber die Distanz wurde nicht kürzer! (Echt nicht, ich schwör!) Warum wir dann doch ankamen, ich habe keine Ahnung...
Das unabdingbare Ende einer jeden Etappe, das Ausladen, folgte. Wir breiteten unsere Sachen auf einem Kinderspielplatz vor einem Café (Wo wir natürlich vorher gefragt hatten, wichtig für den weiteren Handlungsverlauf!) aus, holten die Boote an einer Slipanlage aus dem Wasser und riggerten diese auf einem Parkplatz. Als dann die Boote fertig waren und jeder sein Zeug zusammen hatte, musste für das Abendessen, das wir auf einem Campingplatz einnehmen wollten, eingekauft werden. Die Hälfte(!) der Gruppe ist letztendlich einkaufen gefahren. Der Rest wollte sich den angenehmeren Sachen zuwenden. Duschen! Richtige Duschen warteten auf uns. Die Fahrtenleitung hatte mit den Leuten in dem Café, welches zu einem kleinen Campingparkplatz mit einem Klo und einer Dusche gehörte, gesprochen und die Erlaubnis zur Nutzung der Anlagen erhalten. Soweit theoretisch perfekt, aber dann die Ernüchterung: Als die Ersten duschen wollten, stellten sie fest, dass entweder jemand schon ewig tot in der Dusche lag, oder sie abgeschlossen war. Die erste Möglichkeit wurde nach langen Diskussionen verworfen, und so wurde im Café gefragt. Antwort: "Ja, es gibt einen Schlüssel, aber den hat der Hafenmeister. Und der ist heute früher nach Hause gefahren." Hm.
Nachdem sich die Empörung gelegt hatte, entdeckten wir eine kleine Bucht und gingen baden statt zu duschen, wie schon die zwei Wochen zuvor. Danach nahmen wir eine kleine Mahlzeit aus Brot mit Zucker (Echt lecker!) und Brot mit Salz ein. Und dann, wie es halt so kommt, Timm (Das bin ich!) geht alleine mal zu seinem Seesack um irgendwas rumzupacken. Da kommt mir auf einmal ein Typ entgegen, der ein bisschen empört beziehungsweise wütend oder auch beides gefragt hat was wir denn hier machen mit unserem Gepäck! "Weg weg!" Es war der Hafenmeister, der meinte dass der Spielplatz für Kinder wäre und wir halt unser Zeug da wegbringen sollten. (Ach ja, ich hatte vergessen zu schreiben, dass wir, bevor wir unser Gepäck dort deponiert hatten, die Kinder dort mit Gewalt hatten wegtreiben müssen...) Es half auch nichts, dass wir ihm sagten, dass wir im Café gefragt hätten, also mussten wir den Transporter holen und das Gepäck einladen. Auf dem Parkplatz entluden wir alles wieder, denn der schien niemandem zu gehören. Wir luden schon mal ein paar Boote auf den Hänger, aber bald kamen dann auch die "Einkäufer" wieder. Alle stürzten sich begeistert auf die mitgebrachten wertvollen Waren, die den einzigen Zeitvertreib auf der anstehenden, langen, langen Heimreise darstellten.
Nun ja, bald machten wir uns mit den zwei Bussen und dem Anhänger auf den Weg zu einem Campingplatz. Wir hatten vor, dort zu kochen und dann recht zügig zu starten. Der Campingplatz war schnell gefunden, wir bekamen auch einen Platz, alles wunderbar. Die Dekadente KG kochte mal wieder irgendetwas total Exotisches und totales Unpraktisches (ein Wunder, dass die überhaupt noch etwas zu essen hatten nach dem "kleinen Engpass"), die zwei anderen KGs handhabten es weitaus praktischer und fanden sich zum kollektiven Pfannkuchenmachen zusammen. Pfannkuchen, ja sowieso sehr selten auf Wanderfahrt gesehen, mit Gerrits frisch eingekaufter komischen Schokocreme gleich etwas ganz besonderes...hach ja.
Der Aufbruch zog sich etwas hin, nach dem Essen wurde noch ein wenig Verdauungsfußball gespielt, man machte sich "reisefein". EWIG dauerte es, bis endlich die fast komplette Gruppe bei den Transportern war. Während dieser Wartezeit, in der noch die letzten schwedischen Kronen losgeworden wurden, konnten wir beobachten, dass es ein Hobby der jungen, hippen Schweden war, mit alten amerikanischen Straßenkreuzern durch die Gegend zu heizen. Und das wohl am liebsten auf einem festgelegten Rundkurs, denn einige Autos sah man in fünf Minuten zweimal. Wie dem auch sei, irgendwann war es soweit, wir fuhren ab! Inzwischen war es dunkel geworden, eigentlich war es optimal. Man hätte sich einfach ins Auto setzen und einschlafen können. Ach ja, ich fuhr mit Stefan, Steffi, Steffen, Arne, Levke, Gerrit und Birte im VW-Hintelmann, der auch den Hänger zog. Während der Fahrt konnte ich natürlich nicht ordentlich einschlafen. Ab und zu ein Dialog mit der ersten Reihe (Steffi und Stefan, wenn ich mich nicht irre), aber langsam waren dann wirklich alle anderen eingeschlafen. Hm, was solls, das dunkle Schweden ist auch interessant. Bis wir dann auf einem Ikea-Parkplatz Halt machten, war auch ich kurz eingeschlafen (Erfolgserlebnis!). Also: Kurz Beine vertreten, Sauerstoff tanken. Es machte sich nämlich während der Fahrt wieder die große Schwäche des Hintelmanns bemerkbar. Es musste nämlich irgendwo ein Leck geben, durch das die frische Luft nach draußen entwich. Also fror die erste Reihe dauernd, da das Fenster häufig geöffnet war, und in anderen Reihen war dicke Luft (Schenkelklopfer!).
Die Fahrt ging weiter, es passierte eigentlich nichts Nennenswertes. Nichts Nennenswertes? Doch! Als Steffi nämlich in ihrer Funktion als Beifahrerin die nächsten Wegpunkte vorlas, kam darin auch die 17. (!) Möglichkeit eines Kreisverkehrs vor. In sehnsüchtiger Erwartung fuhren wir diesem Monster-Kreisverkehr entgegen. Nun ja, der riesige Kreisverkehr war ein Netz aus Kreisverkehren und Autobahnauf- und Abfahrten. Die Nacht war noch lang und die Müdigkeit groß, also wurde nach der großen Aufregung um den Kreisverkehr erstmal geschlafen.
Dann, am Morgen, inzwischen saß Steffen am Steuer, wenn mich mein Erinnerungsvermögen nicht allzu allein gelassen hat, überquerten wir grade eine Brücke (Ich weiß nicht mehr, welche Brücke es war, aber eigentlich muss es die zwischen Schweden und Dänemark gewesen sein) als sich langsam aber sicher die Sonne den Horizont hinaufschob. Es wurden Stimmen laut wie: "Oh wie toll, ein Sonnenaufgang auf der Brücke!" oder "Wie im Bilderbuch!", doch...Pustekuchen! Wir waren zu schnell unterwegs, wir hatten die Brücke längst verlassen, als der Sonnenaufgang richtig anfing.
Doch der Trost für diese herbe Enttäuschung ließ nicht lange auf sich warten, denn wir begegneten...MANUEL! Manuel konnte man kaum verfehlen, sein Kabäuschen war sehr reichlich ausgeschildert. Die netten Dänen wollten wohl unbedingt, dass jeder, der nach Dänemark fährt mindestens einmal zu Manuel hallo sagt. Der Arme musste ja auch Woche um Woche in seinem kleinen Verschlag hocken. Also sollte er nette Leute kennen lernen (wenn auch immer nur für 15 Sekunden). Es war komisch, Manuel hatte sich sehr verändert, seit wir ihn auf der Hinfahrt gesehen hatten. Doch was solls, Veränderungen gehören zum Leben, also kamen wir auch über diesen kleinen Schock hinweg.
Es wurde eine Pause gemacht, man tauschte die Sitzplätze. Arne übernahm das Steuer. Ich wurde zum Beifahrer befördert. Eigentlich nichts Besonderes, aber man muss dazu sagen, dass der Beifahrer eine ungemeine Menge an Platz zur Verfügung hat, ansonsten auch im Hintelmann (oder gerade) eher Mangelware. Also machte ich es mir bequem und döste vor mich hin. Doch plötzlich klingelte Arnes Handy! Auch nicht so spannend, aber der Inhalt der empfangenen SMS war hochbrisant. Der lautete nämlich, dass die Besatzung des Clubbusses sich verfahren habe und mit der Fähre nach Deutschland käme. Was haben wir gelacht! Sie hätten sich verfahren, bei einer Autobahnverzweigung und es erst sehr viel später (eine Stunde oder so?) gemerkt! Aber was wollte man von so einer unfähigen Busmannschaft auch erwarten?
Als wir uns allmählich wieder eingekriegt hatten, kam auch schon das nächste Ereignis. Noch ein Treffen mit Manuel nämlich! Schon komisch, dass er es so schnell geschafft hatte, quer durchs Land zu rennen, nur um uns verabschieden zu können. Was mich dann aber doch sehr schockierte war, dass Manuel dieses Mal weiblich war. Ich war sehr verwirrt. Aber wahrscheinlich hatte Manuel gerade Urlaub oder so was. Und den Dänen war es wahrscheinlich zu umständlich, alle Schilder auf Manuela umzuschreiben. Wer weiß...
Ach, der Rest der Heimfahrt durch Deutschland gestaltete sich relativ eintönig und wurde nur gelegentlich vom kollektiven Auslachen der anderen Busmannschaft unterbrochen. Die behauptete natürlich, dann doch alles mit Absicht gemacht zu haben. Ja klar...

Auf jeden Fall kamen wir heil in Elmshorn an, und damit ging die sehr erlebnisreiche Sommerwanderfahrt durch Schweden (und Norwegen!) zu Ende.

Timm Schoof

…… Seite an Seite mit dem Weltmeister…..

erstellt von Florian (Teamleiter Jugend)

Elmshorner Ruderer bei den Norddeutschen Meisterschaften in HH

Wenn alles gut geht sollen 2012 hier die Olympischen Ruderwettkämpfe stattfinden. Am vorletzten Wochenende trafen sich die besten Ruderer aus Schleswig-Holstein, Hamburg, Niedersachsen, Bremen, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin zu den "Norddeutschen Meisterschaften" auf der Dove-Elbe in Hamburg-Allermöhe. Diese ersetzen separate Landesmeisterschaften in diesen Bundesländern.

In diesem Jahr - war erstmals seit Jahren - wieder ein Boot des Elmshorner Ruderclub bei den Erwachsenen am Start. Dirk Bornhold, Stefan Frank, Nils Andrèe und "Oldie" Thomas Welling starteten im Doppelvierer ohne Steuermann in der Eliteklasse.

Zwei Boote aus Ratzeburg und Berlin mit 4 WM-Teilnehmern und einem amtierenden Weltmeister an Bord verhinderten den Finaleinzug der erst seit kurzem zusammen trainierenden Mannschaft aus Elmshorn.
" Gut die Hälfte der Strecke" lagen wir vor unseren WM-Teilnehmern. Das ist eine respektable Leistung für uns: so "Spielertrainer" Thomas Welling. Im Winter wird hart trainiert. Ziel für 2003: Finalteilnahme bis Treppchen !

......Spitze in der Region ....

Während zu Hause auf der Krückau die Vereinsregatta mit Club-Meisterschaft ausgetragen wurde, startete der Männerdoppelvierer des ERC auf der Langstreckenregatta auf der Stör. Start und Ziel war der Itzehoer Ruderclub - 11 km betrug die Renndistanz.
In Hamburg, Schleswig-Holstein und Süddänemark ist diese Regatta als herbstliches Kräftemessen vor der Winterpause hoch geschätzt.
Als Titelverteidiger in der Gesamtwertung reiste der Doppelvierer Dirk Bornhold, Thomas Welling, Stefan Frank, Nils Andrée und Steuermann Björn Fock an die Stör.
Das Ziel war klar und wurde auch erreicht -Titelverteidigung. Mehr als 1 ½ Minuten betrug der Vorsprung auf den Zweitplatzierten, das stark besetzte Team vom Hamburger und Germania Ruderclub. Die übrigen Boote aus Schleswig-Holstein und Dänemark konnten dieses Tempo nicht mitgehen und folgten in deutlichen Abstand. "Außer dem Bundesleistungszentrum Ratzeburg haben wir hier im Norden alle Gegner im Griff. Das soll auch so bleiben", so die erfolgreichen ERC`ler.
.... Doppelvierer Domäne des Elmshorner Ruderclub .....

Das gab es noch nie. Der Elmshorner Ruderclub dominierte in dieser anspruchsvollen Bootsklasse die sehr stark besuchte Jahresabschluss-
regatta in Friedrichstadt. 25 Vereine aus dem norddeutschen Raum waren zum letzten Kräftemessen in dieser Saison an die Treene gereist. Mit vier Siegen beendete der ERC die Saison 2002 hoch zufrieden.

Den Siegesreigen eröffnete der Männerdoppelzweier mit Dirk Bornhold und Thomas Welling, die ihre Gegner aus Hamburger Vereinen deklassierten.
Im Männer Doppelvierer legten die beiden zwei Stunden später gemeinsam mit Stefan Frank und Nils Andrée nach und verwiesen die Mannschaften aus Hamburg, Lübeck, Kiel und Neumünster auf die weiteren Plätze.
"Diese Siege haben unsere jungen Ruderer wohl motiviert und über sich hinaus wachsen lassen", so die Jugendtrainer Wiebke Fock und Arne Roggensack.
Für die erste Überraschung sorgte der Jungen-Doppelvierer Jahrgang 1988 und älter. Schlagmann Marius Albat, Tim Jähnchen, Henning Dobbratz, Lukas Fehre und Steuerfrau Wiebke Fock siegten klar vor Hamburg, Kiel und Friedrichstadt.

Wenig später waren die jüngsten Elmshorner am Start.
Im Jungen-Doppelvierer Jahrgang 1990 und jünger starteten mit Schlagmann Christian Welling, Marvin Müller, Jan Ahrens, Malte Rejzek und Steuermann Nils Andrée die Ruderanfänger der diesjährigen Saison. Technisch sauber schlugen die Newcomer ihre Konkurrenten aus Hamburg um mehrere Längen sehr deutlich.

Selbstbewusst und motiviert gehen die Elmshorner Ruderer in die Winterpause. Neben einem ordentlichen Aufbautraining stehen im ERC die Schaffung eines brauchbaren Trainingsraumes und die Anschaffung dringend notwendiger Boote auf dem Programm. Hierbei ist der ganze Verein gefordert und auf die Hilfe von Sponsoren angewiesen.

Thomas Welling

Rund um Holstein 2002

erstellt von Florian (Teamleiter Jugend)

Am Mittwoch, dem 03.07.2002 machten wir, 12 Ruderer aus Kiel und Elmshorn, uns auf den Weg, Holstein auf dem Wasserweg zu umrunden. Das bedeutete, von Elmshorn aus auf die Elbe nach Brunsbüttel. Dann über den Nord-Ostsee-Kanal (NOK) nach Kiel. Danach über die Ostsee nach Lübeck. Von hieraus durch den Elbe-Lübeck-Kanal (ELK) nach Lauenburg und zum Schluss wieder über die Elbe durch Hamburg hindurch nach Elmshorn zurück.

So trafen sich am frühen Morgen Marion, Björn, Stefan F., Gunnar und Schröder, um die Boote mit dem Gepäck aller Teilnehmer zu beladen. Hierbei kamen schon die ersten Schwierigkeiten auf. Die eigentlichen Boote waren nicht alle komplett einsatzbereit, so dass wir auf andere Boote umsteigen musste, wobei von diesen einige erst mal "getapet" werden mussten. Doch dann konnte das Packen beginnen. Schnell waren die A-Doppelzweier (Oste, Störnhuus und Goode Fohrt) beladen, so dass der Einsatz der Mossø (A-Zweier, See-Gig), obwohl einige der Meinung waren, sie sei vollbeladen zu langsam, berechtigt erschien. Ab halb elf trudelte dann der Rest ein: Nils, Dirk, Wiebke, Gerrit, Arne, Stefan R. und Steffi. Das waren die Schüler, die gerade eben ihre Zeugnisse bekommen hatten und diese noch zu Hause abliefern mussten. Doch nun waren wir vollständig und konnten uns ins Abenteuer stürzen.

Die erste Etappe, zum Campingplatz "Klein Westerland" am NOK, war durch die Tide der Elbe geprägt. Wir hatten nur knappe vier Stunden Zeit, um bei Niedrigwasser in Brunsbüttel anzukommen. So mussten wir trotz des schlechten Wetters - permanenter Dauerregen - bis zur Schleuse/Brunsbüttel durchrudern. Die Hälfte schaffte es rechtzeitig, doch die andere musste zum Ende hin gegen das auflaufende Wasser der Elbe anrudern, aber auch sie erreichte, wenn auch mit Mühen, die Schleuse.
Im Kanal trafen wir uns dann alle wieder und nahmen den Rest der ersten Etappe in Angriff. Völlig durchnässt kamen wir am Zielort an und liefen auf dem Sandstrand auf. Nun machten wir uns es auf dem Campingplatz gemütlich. Durch die freundliche Unterstützung der Campingplatzbesitzer konnten wir unser Gepäck mit Schubkarren vom Strand zum Zeltplatz bringen und unter einem Dach das Abendbrot genießen.

Der nächste Tag begann mit dem Aufstehen, Frühstücken, Zelte abbauen, Sachen zu den Booten bringen, Boote beladen und schließlich ablegen. Am Anfang des Tages hatten wir noch Zuversicht auf gutes Wetter. Doch als wir ablegen wollten, fing es wieder an zu regnen, so dass wir nach einiger Zeit nasse Klamotten besaßen, doch auch heute fuhren wir unermüdlich in Regenzeug eingehüllt weiter. Bis das heutige Ziel Rendsburg erreicht war. Dort angekommen, trockneten wir unsere nassen Klamotten und bestellten uns Pizza, da wir keine Lust hatten zu kochen. 

Während der Hauptteil schon aß, war immer noch ein Boot auf dem Wasser. Dirk Gerrit und Gunnar hatten sich entschieden, Kiel noch am heutigen Tage zu erreichen. So kam es, dass sie ihr Abendbrot im Boot zu sich nehmen mussten und erst spät in der Nacht, halb erfroren anlegen konnten. Wir anderen in Rendsburg spielten vollgefressen noch ein bisschen Skat und gingen dann in unsere Schlafsäcke.
Der dritte Tag fing für die meisten ähnlich an, wie der vorherige. Nur das Zelte abbauen fehlte und das Wetter zeigte sich von seiner guten Seite, die Sonne schien. Deshalb störte es uns auch nicht, dass wir heuet ohne das andere Boot auskommen mussten. Bei tollstem Wetter und bester Ruderlaune kamen wir ohne große Anstrengung nach Kiel. Dort wurden wir von den "Vorfahrern" schon sehnsüchtig erwartet. Die durch den Einkauf und das Kochen sehr vom Stress geplagt waren. Denn sie wollten als kleine Versöhnung ein Riesenfestmahl vorbereiten. Was ihnen durch ihre großen Anstrengungen auch mit Erfolg gelang.


Am Samstag dann ging es das erste Mal auf die Ostsee. Alle Boote mit Naturalien bis oben hin beladen, fuhren wir die Kieler Förde hinaus, bei Laboe vorbei bis nach Hohenfelde, wo wir uns am Strand niederließen. Das Wetter war optimal für den Ostseetörn, die Sonne schien und wenige Wolken waren bei einem schwachen Wind am Himmel. Nachdem die Boote entleert waren, schlugen wir unsere Zelte auf einer Wiese auf und machten uns daran mit dem Grillen anzufangen. Währenddessen kam eine Frau, welche die Wiese besaß, auf der unsere Zelte aufgeschlagen waren. Sie bat uns darum, die Wiese zu räumen, da Fohlen auf ihr grasten. So bemühten wir uns um eine andere Wiese, doch der Rest der Landschaft gehörte dem Campingplatzbesitzer. So wollten wir unsere Zelte schon auf den Strand tragen, doch auf einmal durften wir dann doch auf der ersten Wiese bleiben. Was wir dann auch taten. Der Abend klang dann mit einem Feuerwerk in der Ferne aus.

Am nächsten Tag wussten wir, warum wir die Wiese verlassen sollten. Die Pferde sind sehr aufdringlich geworden. Sie hätten wohl gerne Sachen von uns behalten, wenn wir sie gelassen hätten. Doch ehrlichgesagt wollten wir keine Klamotten, Zelte oder Lebensmittel zurücklassen und bauten in Rekordzeit das Lager ab. Doch an unserer guten Laune tat das nichts. Danach gab es ein schönes Frühstück am Strand mit Müsli, Brot und H-Milch. Der heutige Tag sollte durch das Speergebiet gehen. Das Wetter war für das Rudern auf der Ostsee, wie auch gestern schon, perfekt. Kein Wind und Sonne pur. Alle wählten die heutige Etappe über die Hohwachter Bucht und nicht an der Küste längs. Wir hatten mächtig Spaß und schafften das Tagespensum mit Leichtigkeit. Die Nacht wurde auf einem Campingplatz direkt neben dem militärischem Sicherheitsgebiet verbracht. Bisher hat sich der Stress vom ersten Tag gelohnt.

Am Montagmorgen hörten wir schon beim Frühstück die ersten Schüsse und wussten nun, warum wir am Sonntag durch das Speergebiet fahren sollten. Heute wollten wir durch den Fehmarnsund, ein Teil der Tour, den man nicht so schnell vergessen wird. Bei immer besser werdendem Wetter; 35°C oder mehr, pure Sonne ohne Wolken, fuhren wir der Fehmarnsundbrücke entgegen. Nach einigen Stunden wurde uns klar, dass die Brücke doch nicht so nah war, wie wir uns es gedacht hatten. Der Weg wurde länger und länger und durch mehrere Telefonate wurden einem die Einschätzungsmängel der Ferne aller Teilnehmer bewusst.

Manchmal dachte man, man komme gar nicht mehr voran. Doch nach mehreren Kilometern und Steuermannswechseln, war auch dieses Stückchen geschafft und eine ausgiebige Pause angebracht. Also legten wir uns in die Sonne, so dass wir ein bisschen braun werden konnten und warteten auf die anderen. Nach mehreren Stunden des Wartens, trafen wir uns alle wieder und ruderten noch ein wenig und legten dann an einer Steilküste nahe Dahme an. Nach dem Entladen der Boote und dem Hochziehen der Zelte, haben wir uns ein Bad in der Ostsee gegönnt. Sauber und mit leerem Magen kochten wir uns eine warme Mahlzeit, wie es immer für den Abend üblich war. Der Abwasch wurde wie üblich am Strand in der Ostsee gemacht. Doch unsere Geschäfte machten wir auf der Toilette des nahe gelegenen Campingplatzes und verunstalteten damit nicht die Natur.
Der Dienstag war der heißeste Tag. Keine Wolke am Himmel und Sonne bis der Arzt kommt, die uns zum Kochen brachte. Alle die es wollten haben sich kräftig bräunen lassen.

Aber auch für die Sonnenempfindlichen hatten wir eine Lösung, daher machten wir eine ausgiebige Mittagspause im Schatten oder Wasser von Grömitz. Am Abend landeten wir beim Leuchtturm von Pelzerhaken an und benutzten diesmal wieder einen Campingplatz als Übernachtungslager. Aufgrund der Hitze, hatten wir in der Nacht Besuch von einem Gewitter. Unsere letzte Ostseeetappe führte uns nach Travemünde. Wir überquerten auch diesmal die Bucht und am Zielort wartete eine Wiese eines Kanuclubs auf uns. Auch in dieser Nacht brach ein heftiges Gewitter über uns herein und wir schützten uns in dem Haus des Kanuclubs.


Am nächsten Morgen hieß es, aufstehen, frühstücken und aufräumen. Gegen Mittag nachdem die Zelte abgebaut und die Boote beladen waren, ruderten wir dann nach Lübeck, wo die LRG unsere Heimstätte sein sollte. Unser Weg führte über die Trave und war von mehreren Regenschauern begleitet. Aber das störte uns weniger, denn wir hatten die Ostsee geschafft und das bei bestem Wetter und ruhigem Seegang. Gegen Ende des Rudertages wurde das Wetter besser und die Regenklamotten wurden weggelegt. Wir genossen die Lübecker Hafenlandschaft und kamen dem ersten zivilisiertem Vereinshaus, das wir nach dem naturgeprägten Ostseeabschnittes erreichen würden, immer näher. Am Abend wurde beim Griechen gespeist und die Stadt nach Banken abgesucht. Ein heißes Thema war auch noch, wie wir das Zurücklassen der Kieler und des Bootes veranstalten würden. Wir mussten kräftig umdenken, da die Kieler ein Tag früher als geplant abreisen mussten. Wir überredeten also Alexander Herzog, dass er mit uns rudert und den Bus und Hänger nach Lübeck bringt. So konnten wir das übriggebliebene Boot nach Elmshorn zurückschaffen und ohne Sorge die Tour mit Kielschweinen weiterfahren.

Am Freitag erreichten wir dann den ELK und ruderten auf ihm bis nach Güster. Ein Boot musste nochmals einkaufen, machte deshalb einen Zwischenstop in Mölln und kam relativ spät am Campingplatz an. Dadurch verpassten sie den Abschied von Steffi, die wie geplant ihren zweiten Urlaub ohne uns verbrachte. Am Abend gab es mal wieder Nudeln und eine lange Skatrunde; bis die Nachbarn sich beschwerten.


Auf der nächsten Etappe ruderten wir nach Lauenburg und erreichten wieder die Elbe. Nach dem Rudern genossen einige ein Zwangsbad in der Elbe. Am Abend aßen wir wieder Tütennudeln und spielten Skat. Danach gingen wir dann relativ früh ins Bett, da wir rechtzeitig hoch wollten.
Am nächsten Morgen hieß es früh aufstehen (04:30), da wir rechtzeitig an der Schleuse in Geesthacht sein mussten und uns kein Stress beim Frühstücken und Boote beladen machen wollten. Doch es kam alles ganz anders. Pünktlich aufgestanden, zackig gewaschen, schnell und wenig gefrühstückt, waren wir nach 1h 45min fertig und begannen zu rudern. Neuer Rekord. Sonst brauchten wir meistens 3h für den morgendlichen Akt. Uns war es egal und wir ruderten zur Schleuse und hatten Glück, dass wir nur wenige Minuten warten mussten.

Danach hatten wir noch eineinhalb Stunden bis zum Hochwasser der Elbe, die Strömung war aber nicht so stark und so konnte man - windbedingt - schon mit einen kleinem Segel gegen an kommen. Später wurde dann mit der Strömung gerudert und die Landschaft begutachtet. In Harburg angekommen luden wir die Boote aus und riefen unseren Ansprechpartner an. Wir hatten ja auch viel zu früh angelegt. Nachdem wir das Bootshaus belagert hatten, ist Holger auch schon bald nach Elmshorn gefahren (mit der Bahn), da er am Montag arbeiten musste. Andere fingen an zu schlafen oder fuhren mit der S-Bahn in die Innstadt von Hamburg. Am Abend gab es zum letzten Mal Nudeln und die Tour neigte sich dem Ende.


Der letzte Tag der Tour, Montag der 15.07.2002, begann morgens um 6:00 Uhr. Wir sind aufgestanden und mit Brötchen aus dem Backofen haben wir gemütlich gefrühstückt. Danach räumten wir auf und beluden die Boote und waren schon um 8:00 Uhr fertig. So hatten wir sechseinhalb Stunden für 51km von Harburg bis nach Kollmar. Durch den Hamburger Hafen ruderten wir mit halbstündlichem Wechsel des Steuermannes und kamen Kollmar immer näher. Die Elbe wurde immer weiter bezwungen und wir erreichten Pagensand gegen 13:00 Uhr. Nun hieß es für uns die Zeit zu vertreiben, so dass wir die Krückau nicht gegen an rudern mussten. Einige legten in Steindeich an und die anderen dümpelten in der Pagensander Nebenelbe und legten später gegenüber von dem Segelverein WYK an dem Steg des WSA an und vertrieben sich die Zeit mit schlafen oder essen.
In Elmshorn wurden wir von der Presse und den anderen Elmshorner Ruderern empfangen. Nun mussten wir noch die Boote entladen, waschen und in die Bootshalle zurücklegen, wobei wir das Waschen und in die Halle legen auf den nächsten Tag verschoben.

Nils Andrée

Pfingsttour 2002

erstellt von Florian (Teamleiter Jugend)

In aller Herrgottsfrühe am Samstag morgen um 8 Uhr trafen sich für ERC-Verhältnisse lächerlich wenige Ruderer (nur 14!!!!!!!!) am Bootshaus, um in den Booten Wiking, Elvkieker und Mossø gen Elbe zu fahren.
Zunächst aber musste ein ganzer Haufen aus Seesäcken, Zelten, Grills, Essen und was man sonst noch somit nach Pagen nimmt, in den Booten verstaut werden.
Ich persönlich hätte die ganzen Plünnen nicht mal in die Kofferräume von drei Vans bekommen, aber unser Oberpackmeister Arne F. legte sich mächtig ins Zeug, so dass sogar wir noch in den Booten Platz fanden. Sein Eifer ging sogar so weit, dass er die Tour fast im Bugkasten der Wiking angetreten hätte.
Gut okay, den nächsten Teil können wir vorspulen, da wir lediglich jedem Ruderer wohlbekannte Aktivitäten unternahmen: Rudern, Gammeln, Rudern, Treiben lassen, Rudern, Pause machen in Brokdorf mit Fußballspielen und Sonnenbaden, Rudern, Rudern, Rudern.
Schließlich kamen wir dann, oh Wunder, auf Pagensand an. An der Anlegestelle trafen wir auf ein paar lustige Gestalten von einem nahegelegenen Ruderclub, die unseren Glauben, wir seien die hartgesottensten Ruderer der Welt, Lügen straften. Ohne Zelte und nur partiell mit Schlafsäcken ausgerüstet hatten sie sich vorgenommen, die Nacht auf Pagen zu verbringen.
Nun gibt es einiges zu dieser Insel zu sagen: Scheinbar wurde sie vor einigen Jahren zum Schauplatz für fiese Tierversuche und was herauskam waren: aggressive Pagenviecher, die stechen, aggressive Pagenviecher, die beißen, aggressive Pagenameisen, die in Jogginghosen ein neues Zuhause suchen und sowieso scheinbar allesamt was gegen Ruderer haben.
Doch eben diese Ruderer setzten, wie schon so oft, unerschrockener Weise ihre Abendaktivitäten fort. Darunter war das Pagenduschen in der Elbe. Doch dann, beim Peaches-Essen (sprich: [pietschesessen]) mit den Stadern kam der Regen. Dies freute letztere besonders, da sie in ihrer überaus planvollen Planung diese Option nicht berücksichtigt hatten. Auf der anderen Seite hatten sie so die Möglichkeit, unsere überaus vielseitig verwendbaren Alumatten als Zelte zu testen.
Am nächsten Morgen aber hatten unsere Testcamper im Verhältnis zu ihrer Körperoberfläche dann doch relativ viel Feuchtigkeit aufgenommen und verließen demzufolge fluchtartig die Insel.
Wir hingegen nahmen noch das obligatirische Schokomüsli (sprich: [schokomüsli]) zu uns und begaben uns dann nach aufgrund der prekären Wetterlage reiflicher Überlegung und demokratischer Abstimmung gemächlicher Weise nach Krautsand.
Dort hatten einige verrückte bei dem Versuch, der Elbe das Wasser abzugraben sehr viel Spaß.
Mit Hilfe von Alumatten wurde außerdem eine Ultrasonnenbräunungsgrube konstruiert und umgehend zum Patent angemeldet.
Nach der Rückkehr nach Pagen wurde -hoffentlich- wieder pseudogeduscht.
An diesem Abend war auf Pagen das Fotostudio Holger geöffnet, wo man zu einem Spottpreis romantische Sonnenunterganspärchenbilder von sich schießen lassen konnte.
Der zweite Abend wurde "länger" als der erste (Stichwörter für Leute, die sich dran erinnern: Südturm, Rum, Singen, Bodensatz).
Am nächsten Morgen fanden sich auf Pagen einige Kater (50% des Autorenteams waren anderer Meinung). Die fuhren dann auch nach Hause.

Steffi und Stefan

Bericht der Ruderwarte zur Jahreshauptversammlung 14.11.2001

erstellt von Florian (Teamleiter Jugend)

Liebe Clubmitglieder,

Gut ein Jahr ist es nun her, dass ich hier zum letzten Mal vor Euch stand um den Bericht der Ruderwarte zum besten zu geben. Ein Jahr in dem wieder eine Menge passiert ist, wie wir gleich hören werden.

Leider ist es mir persönlich nicht vergönnt gewesen, so oft am täglichen Ruderbetrieb teilzunehmen, wie ich es mir gerne gewünscht hätte, denn mittlerweile stehe auch ich mit beiden Beinen im Berufsleben.

Da es meinen beiden Ruderwarte-Kollegen Svenja Fock und Hauke Janzen ganz ähnlich ergeht, ist es nur zu gut, dass die Ruderwarte seit längerem als Team arbeiten und sich so gegenseitig unterstützen können. Eine Menge Hilfe bekommen wir zudem durch die Jugendruderwarte und insbesondere auch durch die älteren und erfahreneren Schüler, die an den nachmittäglichen Ruderterminen stets mit Anwesenheit glänzen und die Durchführung der Jugendrudertermine auf hervorragende Art und Weise meistern und uns somit einen großen Teil der Arbeit abnehmen.
Schon vorab dafür ein recht herzliches Dankeschön an alle, die sich jetzt angesprochen fühlen dürfen. Ohne Euch würden mit ziemlich leeren Händen dastehen und gerade deshalb schätzen und würdigen wir Eurer Engagement und Eure Hilfsbereitschaft.

Doch nun genug der einleitenden Worte, schreiten wir zu den Taten.
Um Euch nicht allzu viel Geduld beim Zuhören abzuverlangen, werde ich zunächst kurz die Aktivitäten des Winterhalbjahres 2000/2001 erwähnen um mich dann etwas detaillierter und in chronologischer Abfolge den Veranstaltungen der eigentlichen Rudersaison widmen zu können.

Das Winterhalbjahr begann im Dezember 2000 mit der Videonight im Bootshaus, dem Nikolauslauf in Neumünster, dem Bastelnachmittag im Bootshaus, dem Schlittschuhlaufen auf dem Buttermarkt sowie abschließend mit der kleinen Weihnachtsfeier im Clubraum des Bootshauses.

Im Januar 2001 folgten das Fußball-Turnier der Ruderclubs in Friedrichstadt, das Uno-Turnier im Bootshaus, das Aqua-Jogging in Malente sowie neben dem alljährlichen Grünkohlessen bei Renate auch das Sportpressefest in der KGSE.

Der Februar hatte mit dem Skatturnier, dem Tischfußballturnier und dem Tischtennisturnier im Bootshaus sowie mit dem Kegeln im Reihergrund seine Höhepunkte, gefolgt vom März mit dem Kniffelturnier im Bootshaus, dem Schwimmen in Scharbeutz und dem Obmanns- und Steuermannslehrgang in der Nordakademie. Dieser Lehrgang ist nun schon zum zweiten Mal landesweit ausgeschrieben worden und zeigt damit, wie sehr unsere Ausbildung in den Reihen des Ruderverbandes geschätzt wird. Die konsequente Schulung neuer Ob- und Steuerleute an der Hand zu haben ist für uns selbst natürlich wichtigster Baustein zur längerfristigen Sicherung der Jugendarbeit.

Nach dem Frühjahrsputz mit anschließender Computernight folgte zu Beginn des Monats April das Fußball-Basketball-Turnier das zugleich den Abschluss des Sport am Dienstag in der Friedrich-Ebert-Halle bedeutete. Ebenso wie der Kraftsporttermin am Mittwoch in der KGSE erfreute sich dieser großer Beliebtheit und war regelmäßig gut besucht.
Weiterhin zählten die Clubabende am Freitag zu den regelmäßigen Treffpunkten während des Winterhalbjahres, die ebenfalls meist ordentlich besucht waren.

Außerdem boten wir an jedem möglichen Sonntag allgemeine Rudertermine an, die aber teilweise wetterbedingt ausfallen mussten.
Somit haben wir den Winter schon hinter uns, es folgen die sieben langen Sommermonate.

Das Anrudern am 7. April konnte mit der Übergabe des neuen Vereinsbusses durch die Sponsoren auf sich aufmerksam machen und der erste Teil der Fassadenrenovierung wurde den Mitgliedern präsentiert. Das Wetter ließ anfangs zu wünschen übrig was sich aber schnell bessern sollte und so ging auch das eine oder andere Boot zu Wasser.

Nach den Osterferien, begann der Mai sogleich mit den Ruderkursen. Aus dem Kurs für Jugendliche gingen fünf von acht Teilnehmer als neue Mitglieder hervor, bei einer Rekordbeteiligung von 14 Teilnehmer beim Kurs für Erwachsene konnten immerhin vier Neueintritte verzeichnet werden.

Am Ende des Monats stand dann die viertägige Himmelfahrtswanderfahrt auf dem Programm. Das sogenannte Blockland lud mit Hamme, Wümme und Beeck zu einer netten Tour rund um den RV Osterholz-Scharmbeck ein. 33 Gesamtteilnehmer inklusive der sieben Gäste aus Lübeck und Kiel legten bei bestem Sommerwetter 120 km zurück, da störte nur der Dauerregen am Sonntag beim Verladen der Boote.

Direkt im Anschluss waren 14 Damen zu einer 55 km langen Tour auf Neuruppiner Gewässern unterwegs.

Der Juni begann mit Regen und Sturm. Zum ersten Mal seit 1992 mussten wir Ruderwarte uns dazu entschließen, die Pfingstwanderfahrt nicht auf der Elbe stattfinden zu lassen. Das waren wir unseren 27 überwiegend jugendlichen Teilnehmern schuldig, denn Sicherheit geht einfach vor. Doch wir hatten Glück im Unglück; die Boote waren sowieso auf dem Anhänger verladen denn eigentlich wollten wir aufgrund der ungünstigen Tide in Kollmar starten. So bereitete es uns keine großen Umstände, die ganze Gruppe nach Itzehoe umzuleiten, wo wir kurzfristig Unterschlupf gewährt bekamen. Immerhin 66 km kamen an zwei Tagen zusammen, die Stör von Kasenort bis Kellinghusen und zurück. Dafür durfte als Entschädigung warm geduscht und im trockenen gekocht und geschlafen werden.

Am darauffolgenden Wochenende machten wir uns auf zum Skifflehrgang nach Neukirchen. Dieses Mal gesellten sich zu unseren 33 überwiegend neu eingetretenen Teilnehmern noch neun Interessenten vom Ruderprojekt der EBS, die ebenfalls recht schnell das Einerfahren erlernen konnten. Natürlich stand wie in jedem Jahr wieder Spiel und Spaß im Vordergrund.
Ein Wochenende später starteten elf Herren zu ihrer großen Wanderfahrt, die sie von der Müritz binnen sieben Tagen über 205 km nach Dömitz führte. Dort wurden die Boote ein paar Tage später von einer achtköpfigen Gruppe übernommen, die sich an zwei Tagen zur 113 km weit entfernten Süderelbe aufmachten.

Bevor sich die Mutter-und-Kind-Gruppe nebst ihren Ehemännern mit 24 Teilnehmern zur zweitägigen Elbtour nach Kollmar begab, seit noch erwähnt, dass immerhin fünf Ruderer am Hamburger Staffelrudern teilnahmen. In Renngemeinschaft mit befreundeten Kieler Ruderern konnten sie dazu beitrugen, dass ein ordentlicher 9. Platz errungen wurde.
Zum Ende des Monats fand dann eine 37 km lange Wochenendtour mit 19 Teilnehmern von Preetz nach Kiel statt. Erarbeitet und durchgeführt wurde diese Fahrt vom Jugendvorstand, die Idee dazu entstand jedoch bereits im Februar auf der Veranstaltung "Planung einer Wanderfahrt", die extra dafür geschaffen wurde um dem Jugendvorstand die Möglichkeit zu geben, einmal selbst etwas von der Idee bis zur Ausführung in die Hand zu nehmen. Eine schöne Sache, trotz der 2km-Umtrage in Raisdorf und des schlechten Wetters in Kiel. Aber wir waren ja mit Bootswagen und Regenkleidung bestens ausgerüstet.

Im Juli fand zunächst das traditionelle Labskausessen statt, zu dem sich trotz heftiger Regengüsse 28 wirklich Hartgesottene zum Rudern im Bootshaus einfanden. Noch vor dem Essen bei Renate konnte dann in einer kurzen Regenpause der lang erwartete, weil verspätet gelieferte, Jugenddoppelzweier auf den Namen "Feuerblitz" getauft und seiner Bestimmung übergeben werden.

Nur eine Woche später war es dann soweit. Die ewigen Highlights der Saison standen nach vielen Wochen der Vorbereitung wieder bevor, die Rede ist von den Sommerwanderfahrten.

In diesem Jahr hatten wir uns den Main von Bamberg bis Aschaffenburg vorgenommen - 310 Gesamtkilometer in 12 Rudertagen, so waren Etappen geplant.

Wie schon seit einigen Jahren besteht die Wanderfahrt aus zwei Teilen, dem ersten Teil für die Jugendlichen unter 16 Jahren und dem restlichen Teil für alle älteren. Da aber jemand die jüngeren begleiten muss, buchen die meisten der Teilnehmer über 16 Jahre beide Teile und ein paar Ruderer gesellen sich dann noch im zweiten Teil dazu.

So waren wir auf dem 146 km langen ersten Teilstück von Bamberg nach Würzburg 31 Teilnehmer wovon uns zehn in Würzburg verließen und sechs wieder hinzukamen, macht 27 für den zweiten Teil über 164 km von Würzburg nach Aschaffenburg. Wer jetzt aufgepasst hat, kann mir sicherlich sagen, wie viele Ruderer demnach die gesamte Strecke zurückgelegt haben (21).

Das Wetter war schon fast unangenehm heiß, selbst wasserfeste Sonnencreme lief in Sturzbächen von der oftmals verbrannten Haut, ca. 800 Flaschen Mineralwasser wurden in den zwei Wochen insgesamt verbraucht. Durchschnittlich 1,5 - 2 Liter Flüssigkeit hat jeder pro Tag einfach ausgeschwitzt. So wurde in fast jeder der 28 Schleusen um die Schattenseite gekämpft und man freute sich allabendlich auf die erfrischende Dusche vor dem Essen.

Insgesamt trotz der Hitzeschlacht eine sehr schöne Tour, mit toller Landschaft, interessanten Bootshäusern, hübschen Städten und Burgruinen. Besonders Würzburg lud zum Ruhetag mit Stadtbesichtigung ein, Wertheim eignete sich hervorragend zur abendlichen Weinprobe mit anschließendem Altstadtfest und darauffolgendem Ruhetag.

Die Gruppe hat sich als recht kompetent und relativ pflegeleicht erwiesen, wenn sie auch manches Mal zur Ordentlichkeit ermahnt werden musste.

Kaum eine Woche von der Mainwanderfahrt zurück, stand im August die Elbtour unter dem Motto von 9-90 auf dem Programm. Dieses Mal konnte dabei sein wer wollte, egal ob jung oder alt. 23 Ruderer fuhren gemeinsam nach Krautsand, wo sich dann für die Rückfahrt die Wege trennten. Ein "Altherren-Boot" machte sich auf zur Umrundung der Rhinplatte während es ein Vierer vorzog, spontan eine Nacht auf Pagensand zu verbringen.
Das folgende Wochenende gehörte den Damen und Herren, die mit acht Teilenehmern 57 km auf der Schlei zurücklegten.

Das Wochenende darauf fand eine Elbtour nach Brokdorf statt, die wir über die Schleswig-Holsteinische Ruderjugend ausgeschrieben hatten. Immerhin vier Gäste gesellten sich zu uns 16 Elmshornern. Auch hier war das Wetter wieder einmal schweißtreibend.

Dazwischen geschah etwas Mysteriöses, gar Unheimliches. Ich weiß nicht was diesen recht kleinen Kreis an aktiven Schülern dazu getrieben hat, aber sie haben es tatsächlich fertig gebracht in nur einer Woche fast 4.000 Mannschafts-Elbkilometer zurückzulegen! Auf sieben unterschiedlichen Touren waren insgesamt 15 Boote zwischen Elmshorn, Itzehoe, Stade und Wedel unterwegs, das entspricht einem Anteil von 40% der gesamten Elbtouren des Jahres. Wohlgemerkt in nur einer Woche.

Am ersten Septemberwochenende waren 17 Ruderer der Mutter-und-Kind-Gruppe für 47 km auf der Flensburger Förde mit Quartier in Gravenstein unterwegs, bevor wieder eine prall gefüllte Woche folgt.

Am Montag stellten uns Peter und Anke Thöl ihr finnisches Kirchboot zum Rudern auf der Au zur Verfügung, am Mittwoch kamen ca. 50 begeisterte Lions zum Clubabend ins Bootshaus, 11 von ihnen stiegen sogar mit ins Boot.

Am Freitag starteten dann parallel zwei weitere Highlight-Touren. 14 Damen und Herren reisten zur Barkentour an den Main um in einer Woche 212 km zurückzulegen und 56 Ruderer, davon 13 Gäste aus Lübeck und Kiel, machten sich auf zum Wochenende am Plöner See. Dort wurden bei stürmischem Wind in acht eigenen und drei Leihbooten 40 km zurückgelegt, von Spitzenort nach Preetz und zurück, sowie am Sonntag auf dem Großen Plöner See.

Der gemeinsame Grillabend mit über 150 Würstchen plus Toastbrot und Salat fiel zum Glück nicht ins Wasser, der Großteil des Regens überraschte und schon einen Abend zuvor.

Es folgt dann mit der Dr. Asmus Regatta in Kiel ein Wochenende später die einzig große Gigboot-Regatta an der wir auch prompt mit fast 30 Ruderern teilnahmen und bei 29 Starts sogar achtmal siegreich die Ziellinie überqueren konnten. Die überwiegende Mehrheit der Siege wurde in zwar Großbooten errungen, leider mussten wir uns dieses Jahr aber im Achter mit dem dritten Platz zufrieden geben.

Bleibt zum Ende des Septembers noch zu erwähnen, dass neun Damen in und um Groningen/NL 33 km bei relativ bescheidenem Wetter zurücklegten.

Somit wären wir auch schon beim Oktober angekommen, dem letzen Monat der diesjährigen Saison.

Beginnend mit dem Streuobstwiesenfest am Tag der Deutschen Einheit, möchte ich erwähnen, dass, neben dem sehr erfolgreichen Kaffee- und Kuchenverkauf, zu dem auch Federweißer und Zwiebelkuchen gehörte, die aufgestaute Au wieder zum Marathonrudern lockte. 24 Boote konnte man zwischen 9 und 19 Uhr auf dem Wasser zählen die zusammen beachtliche 800 km einfuhren. Vielen Dank an all die Helfer in der Küche und die Ruderer auf dem Wasser für die tolle Leistung.

Des weiteren stand die Langstreckenregatta in Itzehoe auf dem Programm bei der wir mit drei Mannschaftsbooten und einem Einer an den Start gingen. Während der Juniorenzweier und der Juniorenvierer ihre Altersklassen über die 3 bzw. 10 km Distanz jeweils mit klarem Vorsprung gewinnen konnten, musste sich der Kindereiner mit einem knappen zweiten Platz begnügen. Der Herrenvierer, diesmal mit drei Junioren besetzt, wollte es endlich einmal packen und nicht nur den Klassensieg, sondern auch den Pokal für die schnellste Zeit aller Klassen nach sieben "erfolglosen" Jahren wieder an die Krückau holen. Nach einem spannenden Rennen reichten schließlich knappe 89 Sekunden Vorsprung auf der 10 km Strecke um in 44:11 Minuten diesen langersehnten Wunsch in Erfüllung gehen zu lassen. Ein toller Erfolg für die Mannschaft und den Verein.

Abschließend nun das Abrudern am 14. Oktober. Es war wieder einmal ein goldener Herbsttag bei bestem Wetter nur die Tide zwang uns dazu, dieses Jahr schon um 12:00 Uhr mit dem ersten Start zur Clubregatta zu beginnen. Vorteil dabei war, dass die Achter am Ende noch bei Tageslicht gefahren werden konnte und auch die Siegerehrungen direkt am Steg stattfanden. Zum Abschluss konnten dann alle Anwesenden, ob Ruderer oder Klönschnacker, gemeinsam im Bootshaus bei Kaffee und Kuchen die vollendete Saison ausklingen lassen.

Vielleicht hat jetzt der eine oder andere gedacht: "Mensch, der hat ja gar nichts über den Kilometerrekord gesagt." Richtig, denn es gibt auch keinen.
In diesem Jahr sind 63.916 km zurückgelegt worden, genau 973 weniger als im Vorjahr.

Woran hat es gelegen? Sicherlich nicht daran, dass die Saison eine Woche kürzer war als im letzten Jahr, sicherlich auch nicht an den zahlreichen Wander- und Wochenendfahrten die mit insgesamt knapp 37.000 km einen Anteil von fast 60% ausmachen, davon allein 10.000 km nur auf Elbfahrten und es lag sicherlich auch nicht am täglichen Ruderbetrieb, der immer gut frequentiert war.

Kleine Abweichungen sind in allen Bereichen vorhanden, allerdings sind sie so minimal, dass sie nur zusammen genommen auffallen und eben dieses kleine Minus von rund 1,5% gegenüber dem Vorjahr ergeben.
Dass es diesmal nicht ganz gereicht hat sollte uns aber auf keinen Fall daran hindern, gemeinsam auf unsere tolle Leistung stolz zu sein, denn gemeinsam haben wir sie auch erreicht. Und wenn es dann im nächsten Jahr wieder minimal mehr sein sollte, gibt es vielleicht auch wieder einen neuen Rekord zu verzeichnen.

Meinen Dank, unseren Dank, also an Euch alle für diese schöne und erfolgreiche Saison. Freuen wir uns zusammen auf das bevorstehende Ruderjahr 2002.


Im Auftrag des Ruderwarte-Teams

Alexander Herzog
1. Ruderwart

Plön – ein nicht ganz normales Wochenende…

erstellt von Florian (Teamleiter Jugend)

Vorweg will gesagt sein, dass dieser Bericht einige Wochen nach der besagten Tour entstand und damit die Autoren keinerlei Haftung für fehlerhafte Aussagen, entstanden durch Auslassungen oder einfach nur partiell vorhandenes Erinnerungsvermögen oder blumiges Ausschmücken, übernehmen.


Es waren einmal ein paar hartgesottene Ruderer, schon so einiges gewöhnt, ehrlich gesagt mangelte es ihnen schon teilweise an Herausforderung, besonders nach einer derartig sonnigen Sommerwanderfahrt, wie sie ihnen dieses Jahr vergönnt gewesen war.
Die Wetterlage beim Abriggern ließ also das Schönste hoffen, soll heißen: Regen + Kälte + Rudern = Erkältung und eine Menge Spaß.
Kurz und gut: Es boten sich ideale Bedingungen für ein legendäres Wochenende.
Am Freitag Nachmittag traf sich denn die ganze Meute, deren Stimmung sicherlich Stiftung Warentest-Urteil "sehr gut" erhalten hätte, um mehr oder weniger gleichzeitig nach Plön aufzubrechen.
Da sich natürlich ein jeder schon aufs Riggern bei unmenschlicher Kälte und alles durchdringender Nässe freute, schafften die meisten den Weg zum angestammten CP in absoluter Rekordzeit.
Wieder mussten Leihboote Vom Plöner RC geholt werden, die sich selbstverständlich in einem Weltspitzenklassetopzustand befanden (Rudern verboten, da andernfalls erheblicher Schaden für Mannschaft und Boot zu erwarten war! - Wir haben es dann doch geschafft...)
Trotz dieses unglaublichen Tempos, welches (natürlich) auch beim Zelteaufbauen und Riggern an den Tag gelegt wurde, schaffte eine bestimmte Kochgruppe es (wieder einmal), im Dunkeln eine Pfannkuchenmansche anfertigen zu dürfen (komisch...).
Nun, was zu den Abenden in Plön zu sagen, ist schon beinahe überflüssig, zu erwähnen bleibt aber, dass sie tendenziell eher nass, kalt, lang und fröhlich verliefen. Dass hin und wieder jemand seinen Schlafsack mit der Pfütze vor seinem Zelt verwechselte, mag in der Natur der Sache liegen, dass aber Schlafsäcke sich in Pfützen verwandelten, war dann doch eher unerfreulich ("Du, Henrieke, hier tropft's!" - "Ja, schon die ganze Zeit, dein Schlafsack müsste auch schon nass sein.").
Zu den begehrtesten Konsumartikeln gehörten an diesem Wochenende somit Tee, Würstchen (heiß!!!) sowie Getränke, denen eine wärmende Wirkung nachgesagt wird. Besonderer Beliebtheit erfreuten sich auch trockene Pullover und Föne.. und am liebsten wären wohl alle Grillwarte gewesen (oder Würstchen auf dem Grill).

Tagsüber verwandelte sich der Plöner See in ein tosendes Meer mit brüllenden Wellen und Gegensturm (egal in welche Richtung gerudert wurde).
Hierbei stellte sich heraus, wie wichtig es war, kompetente Mannschaftsmitglieder zu haben... Dennoch ließ es sich nicht vermeiden, dass einige (tapfere!) Ruderer ein wenig (um nicht zu sagen ganz und gar) nass wurden, woraufhin sie nichts mehr davon abhielt ein erfrischendes Bad im fast angenehm temperierten (um nicht zu sagen eiskalten) Plöner See zu nehmen.

Schließen möchten wir diesen Bericht mit einem (fast gar nicht kitschigen) Bild, welches leider Tante Drolls Kamera entging und deshalb einer schriftlichen Widergabe bedarf.
Der verehrte Leser schließe also jetzt seine Augen und stelle sich ein niegelnagelneu aussehendes (vom gewissenhaften Winterdienst beinahe verwöhntes) Ruderboot mitsamt Ruderen, die aussehen, als seien sie gerade in den Deutschland-Olympia-Kader aufgenommen worden, vor. Dieses Boot durchfährt also einen traumhaften, dreifachen, aufgrund der wechselhaften Wetterverhältnisse entstandenen Regenbogen, der aussieht als wäre er von Hand gemalt. Der Himmel ist himmelblau (was sonst) und das Wasser hat eine kräftig dunkelblaue Farbe. Im Hintergrund, etwas erhöht ist das Plöner Schloss zu erkennen...

Und wenn sie nicht gekentert sind, rudern sie noch heute..

Steffi, Birte und Stefan