Bericht der Ruderwarte zur Jahreshauptversammlung 14.11.2001
Liebe Clubmitglieder,
Gut ein Jahr ist es nun her,
dass ich hier zum letzten Mal vor Euch stand um den Bericht der Ruderwarte
zum besten zu geben. Ein Jahr in dem wieder eine Menge passiert ist, wie
wir gleich hören werden.
Leider ist es mir persönlich nicht vergönnt gewesen, so oft
am täglichen Ruderbetrieb teilzunehmen, wie ich es mir gerne gewünscht
hätte, denn mittlerweile stehe auch ich mit beiden Beinen im Berufsleben.
Da es meinen beiden Ruderwarte-Kollegen Svenja Fock und Hauke Janzen ganz
ähnlich ergeht, ist es nur zu gut, dass die Ruderwarte seit längerem
als Team arbeiten und sich so gegenseitig unterstützen können.
Eine Menge Hilfe bekommen wir zudem durch die Jugendruderwarte und insbesondere
auch durch die älteren und erfahreneren Schüler, die an den
nachmittäglichen Ruderterminen stets mit Anwesenheit glänzen
und die Durchführung der Jugendrudertermine auf hervorragende Art
und Weise meistern und uns somit einen großen Teil der Arbeit abnehmen.
Schon vorab dafür ein recht herzliches Dankeschön an alle, die
sich jetzt angesprochen fühlen dürfen. Ohne Euch würden
mit ziemlich leeren Händen dastehen und gerade deshalb schätzen
und würdigen wir Eurer Engagement und Eure Hilfsbereitschaft.
Doch nun genug der einleitenden
Worte, schreiten wir zu den Taten.
Um Euch nicht allzu viel Geduld beim Zuhören abzuverlangen, werde
ich zunächst kurz die Aktivitäten des Winterhalbjahres 2000/2001
erwähnen um mich dann etwas detaillierter und in chronologischer
Abfolge den Veranstaltungen der eigentlichen Rudersaison widmen zu können.
Das Winterhalbjahr begann im
Dezember 2000 mit der Videonight im Bootshaus, dem Nikolauslauf in Neumünster,
dem Bastelnachmittag im Bootshaus, dem Schlittschuhlaufen auf dem Buttermarkt
sowie abschließend mit der kleinen Weihnachtsfeier im Clubraum des
Bootshauses.
Im Januar 2001 folgten das Fußball-Turnier der Ruderclubs in Friedrichstadt,
das Uno-Turnier im Bootshaus, das Aqua-Jogging in Malente sowie neben
dem alljährlichen Grünkohlessen bei Renate auch das Sportpressefest
in der KGSE.
Der Februar hatte mit dem Skatturnier, dem Tischfußballturnier und
dem Tischtennisturnier im Bootshaus sowie mit dem Kegeln im Reihergrund
seine Höhepunkte, gefolgt vom März mit dem Kniffelturnier im
Bootshaus, dem Schwimmen in Scharbeutz und dem Obmanns- und Steuermannslehrgang
in der Nordakademie. Dieser Lehrgang ist nun schon zum zweiten Mal landesweit
ausgeschrieben worden und zeigt damit, wie sehr unsere Ausbildung in den
Reihen des Ruderverbandes geschätzt wird. Die konsequente Schulung
neuer Ob- und Steuerleute an der Hand zu haben ist für uns selbst
natürlich wichtigster Baustein zur längerfristigen Sicherung
der Jugendarbeit.
Nach dem Frühjahrsputz mit anschließender Computernight folgte
zu Beginn des Monats April das Fußball-Basketball-Turnier das zugleich
den Abschluss des Sport am Dienstag in der Friedrich-Ebert-Halle bedeutete.
Ebenso wie der Kraftsporttermin am Mittwoch in der KGSE erfreute sich
dieser großer Beliebtheit und war regelmäßig gut besucht.
Weiterhin zählten die Clubabende am Freitag zu den regelmäßigen
Treffpunkten während des Winterhalbjahres, die ebenfalls meist ordentlich
besucht waren.
Außerdem boten wir an jedem möglichen Sonntag allgemeine Rudertermine
an, die aber teilweise wetterbedingt ausfallen mussten.
Somit haben wir den Winter schon hinter uns, es folgen die sieben langen
Sommermonate.
Das Anrudern am 7. April konnte
mit der Übergabe des neuen Vereinsbusses durch die Sponsoren auf
sich aufmerksam machen und der erste Teil der Fassadenrenovierung wurde
den Mitgliedern präsentiert. Das Wetter ließ anfangs zu wünschen
übrig was sich aber schnell bessern sollte und so ging auch das eine
oder andere Boot zu Wasser.
Nach den Osterferien, begann der Mai sogleich mit den Ruderkursen. Aus
dem Kurs für Jugendliche gingen fünf von acht Teilnehmer als
neue Mitglieder hervor, bei einer Rekordbeteiligung von 14 Teilnehmer
beim Kurs für Erwachsene konnten immerhin vier Neueintritte verzeichnet
werden.
Am Ende des Monats stand dann die viertägige Himmelfahrtswanderfahrt
auf dem Programm. Das sogenannte Blockland lud mit Hamme, Wümme und
Beeck zu einer netten Tour rund um den RV Osterholz-Scharmbeck ein. 33
Gesamtteilnehmer inklusive der sieben Gäste aus Lübeck und Kiel
legten bei bestem Sommerwetter 120 km zurück, da störte nur
der Dauerregen am Sonntag beim Verladen der Boote.
Direkt im Anschluss waren 14 Damen zu einer 55 km langen Tour auf Neuruppiner
Gewässern unterwegs.
Der Juni begann mit Regen und
Sturm. Zum ersten Mal seit 1992 mussten wir Ruderwarte uns dazu entschließen,
die Pfingstwanderfahrt nicht auf der Elbe stattfinden zu lassen. Das waren
wir unseren 27 überwiegend jugendlichen Teilnehmern schuldig, denn
Sicherheit geht einfach vor. Doch wir hatten Glück im Unglück;
die Boote waren sowieso auf dem Anhänger verladen denn eigentlich
wollten wir aufgrund der ungünstigen Tide in Kollmar starten. So
bereitete es uns keine großen Umstände, die ganze Gruppe nach
Itzehoe umzuleiten, wo wir kurzfristig Unterschlupf gewährt bekamen.
Immerhin 66 km kamen an zwei Tagen zusammen, die Stör von Kasenort
bis Kellinghusen und zurück. Dafür durfte als Entschädigung
warm geduscht und im trockenen gekocht und geschlafen werden.
Am darauffolgenden Wochenende machten wir uns auf zum Skifflehrgang nach
Neukirchen. Dieses Mal gesellten sich zu unseren 33 überwiegend neu
eingetretenen Teilnehmern noch neun Interessenten vom Ruderprojekt der
EBS, die ebenfalls recht schnell das Einerfahren erlernen konnten. Natürlich
stand wie in jedem Jahr wieder Spiel und Spaß im Vordergrund.
Ein Wochenende später starteten elf Herren zu ihrer großen
Wanderfahrt, die sie von der Müritz binnen sieben Tagen über
205 km nach Dömitz führte. Dort wurden die Boote ein paar Tage
später von einer achtköpfigen Gruppe übernommen, die sich
an zwei Tagen zur 113 km weit entfernten Süderelbe aufmachten.
Bevor sich die Mutter-und-Kind-Gruppe nebst ihren Ehemännern mit
24 Teilnehmern zur zweitägigen Elbtour nach Kollmar begab, seit noch
erwähnt, dass immerhin fünf Ruderer am Hamburger Staffelrudern
teilnahmen. In Renngemeinschaft mit befreundeten Kieler Ruderern konnten
sie dazu beitrugen, dass ein ordentlicher 9. Platz errungen wurde.
Zum Ende des Monats fand dann eine 37 km lange Wochenendtour mit 19 Teilnehmern
von Preetz nach Kiel statt. Erarbeitet und durchgeführt wurde diese
Fahrt vom Jugendvorstand, die Idee dazu entstand jedoch bereits im Februar
auf der Veranstaltung "Planung einer Wanderfahrt", die extra
dafür geschaffen wurde um dem Jugendvorstand die Möglichkeit
zu geben, einmal selbst etwas von der Idee bis zur Ausführung in
die Hand zu nehmen. Eine schöne Sache, trotz der 2km-Umtrage in Raisdorf
und des schlechten Wetters in Kiel. Aber wir waren ja mit Bootswagen und
Regenkleidung bestens ausgerüstet.
Im Juli fand zunächst
das traditionelle Labskausessen statt, zu dem sich trotz heftiger Regengüsse
28 wirklich Hartgesottene zum Rudern im Bootshaus einfanden. Noch vor
dem Essen bei Renate konnte dann in einer kurzen Regenpause der lang erwartete,
weil verspätet gelieferte, Jugenddoppelzweier auf den Namen "Feuerblitz"
getauft und seiner Bestimmung übergeben werden.
Nur eine Woche später war es dann soweit. Die ewigen Highlights der
Saison standen nach vielen Wochen der Vorbereitung wieder bevor, die Rede
ist von den Sommerwanderfahrten.
In diesem Jahr hatten wir uns den Main von Bamberg bis Aschaffenburg vorgenommen
- 310 Gesamtkilometer in 12 Rudertagen, so waren Etappen geplant.
Wie schon seit einigen Jahren besteht die Wanderfahrt aus zwei Teilen,
dem ersten Teil für die Jugendlichen unter 16 Jahren und dem restlichen
Teil für alle älteren. Da aber jemand die jüngeren begleiten
muss, buchen die meisten der Teilnehmer über 16 Jahre beide Teile
und ein paar Ruderer gesellen sich dann noch im zweiten Teil dazu.
So waren wir auf dem 146 km langen ersten Teilstück von Bamberg nach
Würzburg 31 Teilnehmer wovon uns zehn in Würzburg verließen
und sechs wieder hinzukamen, macht 27 für den zweiten Teil über
164 km von Würzburg nach Aschaffenburg. Wer jetzt aufgepasst hat,
kann mir sicherlich sagen, wie viele Ruderer demnach die gesamte Strecke
zurückgelegt haben (21).
Das Wetter war schon fast unangenehm heiß, selbst wasserfeste Sonnencreme
lief in Sturzbächen von der oftmals verbrannten Haut, ca. 800 Flaschen
Mineralwasser wurden in den zwei Wochen insgesamt verbraucht. Durchschnittlich
1,5 - 2 Liter Flüssigkeit hat jeder pro Tag einfach ausgeschwitzt.
So wurde in fast jeder der 28 Schleusen um die Schattenseite gekämpft
und man freute sich allabendlich auf die erfrischende Dusche vor dem Essen.
Insgesamt trotz der Hitzeschlacht eine sehr schöne Tour, mit toller
Landschaft, interessanten Bootshäusern, hübschen Städten
und Burgruinen. Besonders Würzburg lud zum Ruhetag mit Stadtbesichtigung
ein, Wertheim eignete sich hervorragend zur abendlichen Weinprobe mit
anschließendem Altstadtfest und darauffolgendem Ruhetag.
Die Gruppe hat sich als recht kompetent und relativ pflegeleicht erwiesen,
wenn sie auch manches Mal zur Ordentlichkeit ermahnt werden musste.
Kaum eine Woche von der Mainwanderfahrt
zurück, stand im August die Elbtour unter dem Motto von 9-90 auf
dem Programm. Dieses Mal konnte dabei sein wer wollte, egal ob jung oder
alt. 23 Ruderer fuhren gemeinsam nach Krautsand, wo sich dann für
die Rückfahrt die Wege trennten. Ein "Altherren-Boot" machte
sich auf zur Umrundung der Rhinplatte während es ein Vierer vorzog,
spontan eine Nacht auf Pagensand zu verbringen.
Das folgende Wochenende gehörte den Damen und Herren, die mit acht
Teilenehmern 57 km auf der Schlei zurücklegten.
Das Wochenende darauf fand eine Elbtour nach Brokdorf statt, die wir über
die Schleswig-Holsteinische Ruderjugend ausgeschrieben hatten. Immerhin
vier Gäste gesellten sich zu uns 16 Elmshornern. Auch hier war das
Wetter wieder einmal schweißtreibend.
Dazwischen geschah etwas Mysteriöses, gar Unheimliches. Ich weiß
nicht was diesen recht kleinen Kreis an aktiven Schülern dazu getrieben
hat, aber sie haben es tatsächlich fertig gebracht in nur einer Woche
fast 4.000 Mannschafts-Elbkilometer zurückzulegen! Auf sieben unterschiedlichen
Touren waren insgesamt 15 Boote zwischen Elmshorn, Itzehoe, Stade und
Wedel unterwegs, das entspricht einem Anteil von 40% der gesamten Elbtouren
des Jahres. Wohlgemerkt in nur einer Woche.
Am ersten Septemberwochenende
waren 17 Ruderer der Mutter-und-Kind-Gruppe für 47 km auf der Flensburger
Förde mit Quartier in Gravenstein unterwegs, bevor wieder eine prall
gefüllte Woche folgt.
Am Montag stellten uns Peter und Anke Thöl ihr finnisches Kirchboot
zum Rudern auf der Au zur Verfügung, am Mittwoch kamen ca. 50 begeisterte
Lions zum Clubabend ins Bootshaus, 11 von ihnen stiegen sogar mit ins
Boot.
Am Freitag starteten dann parallel zwei weitere Highlight-Touren. 14 Damen
und Herren reisten zur Barkentour an den Main um in einer Woche 212 km
zurückzulegen und 56 Ruderer, davon 13 Gäste aus Lübeck
und Kiel, machten sich auf zum Wochenende am Plöner See. Dort wurden
bei stürmischem Wind in acht eigenen und drei Leihbooten 40 km zurückgelegt,
von Spitzenort nach Preetz und zurück, sowie am Sonntag auf dem Großen
Plöner See.
Der gemeinsame Grillabend mit über 150 Würstchen plus Toastbrot
und Salat fiel zum Glück nicht ins Wasser, der Großteil des
Regens überraschte und schon einen Abend zuvor.
Es folgt dann mit der Dr. Asmus Regatta in Kiel ein Wochenende später
die einzig große Gigboot-Regatta an der wir auch prompt mit fast
30 Ruderern teilnahmen und bei 29 Starts sogar achtmal siegreich die Ziellinie
überqueren konnten. Die überwiegende Mehrheit der Siege wurde
in zwar Großbooten errungen, leider mussten wir uns dieses Jahr
aber im Achter mit dem dritten Platz zufrieden geben.
Bleibt zum Ende des Septembers noch zu erwähnen, dass neun Damen
in und um Groningen/NL 33 km bei relativ bescheidenem Wetter zurücklegten.
Somit wären wir auch schon
beim Oktober angekommen, dem letzen Monat der diesjährigen Saison.
Beginnend mit dem Streuobstwiesenfest am Tag der Deutschen Einheit, möchte
ich erwähnen, dass, neben dem sehr erfolgreichen Kaffee- und Kuchenverkauf,
zu dem auch Federweißer und Zwiebelkuchen gehörte, die aufgestaute
Au wieder zum Marathonrudern lockte. 24 Boote konnte man zwischen 9 und
19 Uhr auf dem Wasser zählen die zusammen beachtliche 800 km einfuhren.
Vielen Dank an all die Helfer in der Küche und die Ruderer auf dem
Wasser für die tolle Leistung.
Des weiteren stand die Langstreckenregatta in Itzehoe auf dem Programm
bei der wir mit drei Mannschaftsbooten und einem Einer an den Start gingen.
Während der Juniorenzweier und der Juniorenvierer ihre Altersklassen
über die 3 bzw. 10 km Distanz jeweils mit klarem Vorsprung gewinnen
konnten, musste sich der Kindereiner mit einem knappen zweiten Platz begnügen.
Der Herrenvierer, diesmal mit drei Junioren besetzt, wollte es endlich
einmal packen und nicht nur den Klassensieg, sondern auch den Pokal für
die schnellste Zeit aller Klassen nach sieben "erfolglosen"
Jahren wieder an die Krückau holen. Nach einem spannenden Rennen
reichten schließlich knappe 89 Sekunden Vorsprung auf der 10 km
Strecke um in 44:11 Minuten diesen langersehnten Wunsch in Erfüllung
gehen zu lassen. Ein toller Erfolg für die Mannschaft und den Verein.
Abschließend nun das Abrudern am 14. Oktober. Es war wieder einmal ein goldener Herbsttag bei bestem Wetter nur die Tide zwang uns dazu, dieses Jahr schon um 12:00 Uhr mit dem ersten Start zur Clubregatta zu beginnen. Vorteil dabei war, dass die Achter am Ende noch bei Tageslicht gefahren werden konnte und auch die Siegerehrungen direkt am Steg stattfanden. Zum Abschluss konnten dann alle Anwesenden, ob Ruderer oder Klönschnacker, gemeinsam im Bootshaus bei Kaffee und Kuchen die vollendete Saison ausklingen lassen.
Vielleicht hat jetzt der eine
oder andere gedacht: "Mensch, der hat ja gar nichts über den
Kilometerrekord gesagt." Richtig, denn es gibt auch keinen.
In diesem Jahr sind 63.916 km zurückgelegt worden, genau 973 weniger
als im Vorjahr.
Woran hat es gelegen? Sicherlich nicht daran, dass die Saison eine Woche
kürzer war als im letzten Jahr, sicherlich auch nicht an den zahlreichen
Wander- und Wochenendfahrten die mit insgesamt knapp 37.000 km einen Anteil
von fast 60% ausmachen, davon allein 10.000 km nur auf Elbfahrten und
es lag sicherlich auch nicht am täglichen Ruderbetrieb, der immer
gut frequentiert war.
Kleine Abweichungen sind in allen Bereichen vorhanden, allerdings sind
sie so minimal, dass sie nur zusammen genommen auffallen und eben dieses
kleine Minus von rund 1,5% gegenüber dem Vorjahr ergeben.
Dass es diesmal nicht ganz gereicht hat sollte uns aber auf keinen Fall
daran hindern, gemeinsam auf unsere tolle Leistung stolz zu sein, denn
gemeinsam haben wir sie auch erreicht. Und wenn es dann im nächsten
Jahr wieder minimal mehr sein sollte, gibt es vielleicht auch wieder einen
neuen Rekord zu verzeichnen.
Meinen Dank, unseren Dank, also an Euch alle für diese schöne
und erfolgreiche Saison. Freuen wir uns zusammen auf das bevorstehende
Ruderjahr 2002.
Im Auftrag des Ruderwarte-Teams
Alexander Herzog
1. Ruderwart